Lanzarote

Sonntag, 30.10.16

Im Marina-Büro bei Elsa buchen wir zunächst mal einen Aufenthalt von 15 Tagen, danach werden wir weiter sehen. Warum 15 Tage? Ist eine Geldfrage! Bei 15 Tagen Aufenthalt gibt es 10% Nachlass plus noch mal 10% Trans Ocean Rabatt. Das lohnt sich! Dann radeln wir durch den Hafen. Es wehen einige Fahnen der ARC 2016 an den Masten. Zur Zeit liegen sieben Amel Super Maramu und eine 54er hier. Bei Gaby und Peter von der MON AMOUR, einer Amel Santorin, gibt es ein Glas Sekt zur Begrüßung, Margrit und Kurt von der ULTIMA machen sich gerade auf den Weg zu Dr. Mager. Kurt hat sich einen dicken bronchialen Infekt eingefangen.

Am gleichen Steg liegt auch die ELEUTHERA, eine Super Maramu 2000 mit der Baunummer 007. Wir haben das Boot in Göcek bei EMEK schon sehen. Der Eigner hat dort viel machen lassen. Außer dem Geräteträger am Heck, ein wuchtiges Teil, das uns zu groß und schwer erschien, haben sie auch bei ihm, obwohl er meistens dabei war, nur Mist gebaut. Auch er bestätigt, dass alles, was dort angefasst wurde zur Katastrophe ausartete! Er schimpft noch mehr als wir über Riza und seine Leute! Nach Wartungsarbeiten an der Ankerwinsch zum Beispiel wurden die Schrauben der Bodenplatte so fest angezogen, dass die Platte in mehrere Teile zerbrochen ist. Jetzt kämpft er damit, die Ankerwinsch zu demontieren für die Reparatur.

Hier beträgt der Tidenhub ungefähr 2 m. Da wir an einem Schwimmsteg liegen, kümmert uns das wenig. Festgemacht am Steg „wandern“ wir einfach mit dem Wasserstand an der Kaimauer rauf und runter. Mal sind wir auf Straßenniveau, mal tief unten. Nachdem wir mittags auf gleicher Höhe mit der Bar Vino Blanco vor uns schwimmen, bestellen wir vom Boot aus zwei Aperol und bekommen sie prompt an den Zaun geliefert, wo Armin sie abholt. Aperol an Bord, das hat was! Das Vino Blanco öffnet früh um 10 Uhr und schließt um 24 Uhr nachts. Während der ganzen Zeit läuft Musik! Wir benötigen wirklich kein Radio hier! Zum Glück ist die Musik eine angenehme Mischung internationaler Oldies und Hits, gut zu ertragen. Obwohl ich befürchte, nach zwei Wochen kann ich alle auswendig, weil sich das Programm täglich wiederholt!

 

Montag, 31. Oktober 2016

Projekt Autopilot

Wir räumen unser Bett ab und legen den Autopilot 1 darunter frei. Armin baut ihn ab und nimmt ihn mit raus an den Cockpit-Tisch. Er zerlegt ihn soweit wie möglich. Ein Fehler lässt sich nicht wirklich finden. Die Geräusche kommen wohl daher, dass die Schubstange nicht mehr ganz sauber läuft und die Zahnräder etwas ausgeschlagen sind, was aber nach 14 Jahren unermüdlichem und zuverlässigem Dienst auch sein darf, sonst scheint er in Ordnung zu sein. Also kommt der neue Autopilot 1 zum Einsatz. Der alte wird gut verpackt unter der Koje gestaut und soll bei nächster Gelegenheit einem Raymarine-Service unterzogen werden.

Leider finden sich beim Abbau des Bettes ein paar Schimmelstellen an den Polstern. Ich ziehe mit Schimmel-Entferner-Spray in die Schlacht! Ein paar Stunden später sieht die Sache schon besser aus und meine Stimmung hebt sich wieder! Wir brauchen dringend dieses Kunststoffgewebe unter die Matratze zur zusätzlichen Belüftung. Das Amel-seitige System aus Teppichboden und Lüftungslöchern im Bodenbrett ist nicht ausreichend. Wir stellen Luftentfeuchter auf und werden die Sache beobachten.

 

Dienstag, 1.11.16

Waschtag

Nach einem Anruf der Marina radel ich vor und hole unser Care-Paket aus Deutschland ab. „Bis zum 1.12. kühl lagern! Dann erst öffnen!“ steht außen drauf! Es ist ein Adventskalender mit unter anderem wohl viel Schokolade drin. Die Kiste passt aber so nicht in einen unserer Kühlschränke. Also doch aufgemacht, die Säckchen—ohne rein zu schauen— in Plastiktüten umgelagert, so passt alles ins Kühlfach unter der Sitzbank. Jetzt müssen wir dann nur ab dem 1. Dezember täglich einmal nach dem richtigen Säckchen suchen.

Bei der Suche nach dem Leck in der elektrischen Verkabelung, das uns unverändert Korrosion beschert, kommt Armin nicht wirklich weiter. Es weist aber alles darauf hin, dass der Fehler in der elektrischen Installation des Motors zu suchen ist! Also wieder ein türkisches Problem. Von Yanmar-Türkei liegt uns nicht mal ein Schaltplan vor. Natürlich sind in der Hektik des Aufbruchs auch alle Kontaktdaten zu Yanmar in Amsterdam, dem europäischen Yanmar-Stützpunkt, wo der Motor eigentlich herkommt, irgendwo zuhause liegen geblieben. Also erst mal wieder Internet-Recherche! Das ist hier nicht gerade einfach! Zwar bieten die Marina und fast alle Lokale kostenloses WiFi an, das von zweien reicht sogar bis zum Schiff, aber jede Verbindung bricht nach kurzer Zeit wieder zusammen. So dauert alles hier einfach wesentlich länger als zuhause! Am Ende kommt dann doch ein Telefon- und Email-Kontakt mit Mark in Amsterdam zustande. Er will sich kümmern, meldet sich dann wieder!

Währenddessen begebe ich mich mit einer prall gefüllten IKEA-Tasche voller Bettwäsche und Handtüchern in den „Waschsalon“ der Marina. Drei große Toplader-Waschmaschinen und zwei Trockner, natürlich bin ich heute nicht die einzige, die waschen will! Eine Maschine ist noch frei, 30 Minuten dauert ein Waschgang, dann also nicht gleichzeitig, sondern nacheinander gewaschen. Die Geräte schlucken nur 2-Euro-Münzen, hab ich natürlich nicht! Ich versuche mein Glück nebenan im Cafe Terraza, rechne eigentlich mit einer Abfuhr, aber die Damen wechseln mit einem Lächeln. Zum Dank gehen wir kurz darauf bei ihnen einen Cappuccino trinken. Zwei Stunden später flattert auf dem Vorschiff meine saubere Wäsche fröhlich im Wind. Jetzt ist ASHIA ein Plünnenkutter!

Abends findet ein Stammtisch statt. Jeden Dienstag ab 19°° treffen sich die deutsch- und englischsprachigen Segler oben bei Yves, dem deutschen Wirt des Lokals Terraza la Cubierta. Deutsche, Österreicher, Schweizer, Holländer, Engländer, Schotten und ein Franzose, der der englischen Sprache mächtig ist, verbringen einen Abend mit Erfahrungsaustausch. Die einen haben die Zeiten ihrer großen Segeltouren schon hinter sich, sind jetzt dauerhaft mit ihren Booten auf den Kanaren, die anderen, so wie wir, bereiten sich hier auf die Atlantiküberquerung vor.

 

Autor: Nicole

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