8. und 9. Tag auf See – Gewitter bei Nacht

Sonntag und Montag, der 27.-28. NOVEMBER 2016 (über SAT)

Der erste Adventsonntag ist eigentlich erst der 2. wirklich schöne Tag. Die Sonne scheint, es herrschen angenehme Temperaturen und bis zum Nachmittag können wir segeln. Wir beobachten die ersten fliegenden Fische. Bei diesen kleinen Fischen sind die Seitenflossen zu hauchzahrten Flügeln ausgebildet. Werden sie unter Wasser gejagt, so können sie sich aus dem Wasser katapultieren und mehrere 10 Meter weit über der Wasseroberfläche fliegen. Dies führt gelegentlich allerdings zu Fehlnavigationen, so dass sie auf dem Deck landen. Da man die Landung selten mitbekommt, um sie wieder ins Wasser zurück zu befördern, findet man häufig ihre sofort stark stinkenden Kadaver an Deck. Nachmittags erreichen wir das Zentrum eines kleinen Hochs und der Wind schläft ein. Da wir nicht wie die ARC-Boote für gefahrene Motorstunden Zeitstrafen bekommen, darf Mr. YANMAR nun arbeiten. Kaum ist es dunkel, beginnt heftiges Wetterleuchten in einem Wolkenband rechts von uns. Die ständigen Blitze um uns sorgen dafür, dass Nicole aus Angst vor einem Blitzeinschlag das nötigste elektronische Notfallequipment (Notebook, Tablet, Handy und mobiles VHF) in die Mikrowelle packt. Armins Laptop, auf dem im Notfall ein eigenes Navigationsprogramm laufen kann, passt exakt in den Backofen. Rein damit. 20161126_062234_blog

Die ganze Nacht begleitet uns das Wetterleuchten, auf dem Radar sieht man die uns umtanzenden Regen-bzw. Gewitterfelder. Nicht immer ist ein Ausweichen möglich. Während Armins Wache in den frühen Morgenstunden schlägt ein Blitz ziemlich nahe neben uns ein. Armin ist kurz geblendet und der Bord-PC steigt aus, startet aber dann selbständig wieder. Offensichtlich war der durch den Blitz erzeugte EMP (elektromagnetischer Puls) ausreichend, um den Computer lahm zu legen. Hiergegen helfen nur Mikrowelle und Backofen als Faradayscher Käfig. Zur Vorsicht wird der PC jedoch nochmals heruntergefahren und erst neu gestartet, als sich das Gewitter aus der unmittelbaren Nähe verzogen hat. Begleitet wirg das Ganze von teilweise sintflutartigem Regen. Nicole hat diese Episode zum Glück verschlafen. Mit dem Morgengrauen ist der Spuk zu Ende, wir können wieder segeln und es folgt ein schöner und sonniger Montag, an dem wir uns langsam der Karibik nähern. Gleich geht die Sonne unter und wir hoffen auf eine ruhige Nacht ohne entstehende Gewitterzellen.

Nicole und Armin

SY ASHIA, SM2k, #357

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