6. Tag auf See und Ankunft in Santa Marta, Kolumbien

Donnerstag, 12. Januar 2017

Ja der Plan war gut, aber wieder mal spielen Petrus und alle Meeres- und Windgötter nicht mit. Zunächst frischt der Wind am Abend bis auf 22kn auf, wir reffen und machen richtig gut Fahrt. SHAMAL bleibt uns auf den Fersen. Es wird eine unruhige Nacht. Die Wellen sind 3-4 m hoch, ASHIA rauscht auf ihren Kämmen dahin, zum Glück ist die Nacht vom Vollmond erhellt und wir sehen die Wellen anlaufen. Leider dreht der Wind etwas und es wird immer schwieriger, den Kurs zu halten. Entgegen der Vorhersage nimmt der Wind beständig zu, bis 27 kn, so dass wir weiter reffen müssen. Aber es läuft!
Gegen morgen wird es dann doch zuviel! Das System muß runter! Mit der allerersten Morgendämmerung gehen wir mit Schwimmwesten, PLB und Lifebelt gesichert auf`s Vorschiff. Ausreffen, Maus hochziehen, oben den Ballooner ausklinken, runterziehen und in der Segellast verstauen, Genua einrollen, Pols einholen, Schoten und Leinen sortieren, Genua wieder ausrollen, Groß und Besan dazu setzen, zum Sonnenaufgang sind wir wieder im Rennen. SHAMAL hat allerdings etwas aufgeholt. Unter weißen Segeln ist das längere Boot einfach im Vorteil, auf den letzten Meilen verkürzt sich die Distanz ganz langsam. Der Wind nimmt weiter zu, 30 kn, 35 kn, wir sind froh, die Segel noch bei unter 30 kn gewechselt zu haben. Es pfeift aus den Bergen der kolumbianischen Küste runter. ASHIA jagt über´s Wasser, SHAMAL hinterher. Beim Überqueren der Ziellinie stehen 42 kn Windgeschwindigkeit auf der Anzeige!
Unseres Wissens nach sind wir als 3. und 4. Boot von 26 am Ziel angekommen! Super Maramu 2000 schlägt 55er knapp!
In der Bucht von Santa Marta herrschen weiter 30 kn Wind. Viel zu viel um in den Hafen zu fahren und anzulegen. Wir ankern vor der Einfahrt um auf bessere Bedingungen zu warten, und zu warten, und zu warten. Bald ankern 7 Boote der Flotte und warten. Erst mittags lässt der Wind immer wieder mal etwas nach, so dass die Yellow-Shirts einen nach dem anderen über Funk rein rufen, den Liegeplatz zuweisen und beim Festmachen helfen. Bei größeren Problemen schiebt auch schon mal das Schlauchboot der Marina einen Bug in die richtige Richtung. Wir haben Glück, erwischen eine Verschnaufpause des Windes und legen problemlos an. Bei einigen anderen Schiffen, die im Laufe des Tages kommen, geht es nicht ohne Kratzer ab.
Die beiden Amel liegen nebeneinander. Herzliche Umarmung, gegenseitige Gratulation, es war besonders zum Schluss ein harter Kampf. Denn darüber sind wir uns einig, in einer Nicht-Rally-Situation hätten wir auf den letzten Meilen bestimmt massiv gerefft statt unter Vollzeug durchzufahren. Aber Spass hat es gemacht. Und sie ist eben doch nicht so langsam, unser kleines dickes Dampferle!

4 Kommentare

    1. Hallo Elja,
      schön, dass du unseren Blog verfolgst, wir werden auch weiterhin versuchen, die Ehre der SM hochzuhalten, allerdings ohne Risiko für Mensch und Material.
      LG von ASHIA an BALU

      p.s. Wo seid ihr eigentlich?

      1. Wir sind in Grichenland Messolonghi im Golf von Patras .
        Da ich noch zwei drei Jahre arbeiten muss und unsere Tochter 10 Jahre ist können wir immer nur in den Ferien , ( aber wenigstens alle Ferien ) zum Boot .
        So vertreibe ich mir die Zeit mit euren Erlebnissen .
        Ja bleibt sicher , aber Ihr wisst , wenn zwei Boote auf dem Wasser sind , ists ne Regatter 😀
        Grüße Elja SY Balu

        1. Auch wir müssen noch ein paar Jahre arbeiten, haben aber von unseren Töchtern, die allerdings ein bischent älter sind als deine, für 2 Jahre „frei“ bekommen, um unseren Traum zu verwiklichen.
          Nicole und Armin
          SY ASHIA / SM2K, #357

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