Isla Contadora, Las Perlas Archipel

Dienstag, 7. Februar 2017

Seit gestern liegen wir vor weißem Sandstrand der Isla Contadora, der am besten erschlossenen Insel des Archipels. Es gibt einen kleinen Flugplatz, Strassen, ein paar Hotels und Restaurants, kleine Läden und die Ferienhäuser der Bewohner von Panama City.
Die Las Perlas Inseln verdanken ihren Namen ihrem Perlenreichtum. Schon bald nach der Entdeckung begannen die Spanier die Perlenbänke durch indianische und schwarze Sklaven abernten zu lassen. Die Perlenschätze wurden auf Contadora gezählt und erfasst, was der Insel ihren Namen einbrachte. Isla Contadora heißt frei übersetzt nämlich Buchhalterinsel. Im Gegensatz zu den flachen San Blas Inseln sind die Las Perlas felsige Inseln mit teilweise Steilküste, sie sind meist dicht bewaldet und bieten ideale Brutplätze für Fregattvögel und Pelikane. Die finden hier im nährstoffreichen und kühlen (nur noch 24°) Wasser des Humboldtstroms ausreichend Nahrung. Die Fregattvögel, erkennbar an ihrer schmalen, W-förmigen Silouette, kreisen hoch in der Luft, um dann runter zu stürzen und fliegende Fische oder fliegende Calamare knapp über der Wasseroberfläche zu fangen. Sie berühren so gut wie nie das Wasser, können tagelang in der Luft bleiben, schlafen sogar im Gleitflug. Im Gegensatz dazu die Pelikane, die meist im Formationsflug kurz über der Wasseroberfläche an uns vorbei ziehen. Sie tauchen aus jeglicher Höhe mit dem spitzen Schnabel voran wie Stukas senkrecht ins Wasser ein und holen die Beute aus dem Wasser. Von Mario haben wir erfahren, dass die Pelikane durch das Salzwasser und den ständigen hohen Druck auf die Augen im Alter von 8 bis 10 Jahren erblinden und dann verhungern.
Wir wollen an Land und die Insel erkunden. Mit dem Beiboot geht es Richtung Strand, der neue Außenborder bringt uns schnell zum Ziel. Leider gibt es weit und breit keinen Steg zum Anlanden. Wir müssen auf den Strand fahren. Also raus aus dem Dingi, das gibt schon mal nasse Hosenränder bei der nächsten Welle! Durch den Tidenhub von 4m, wir haben auflaufendes Wasser, muss das Boot ziemlich weit auf den Strand gezogen werden. Das hat den Nachteil, dass bei längerem Landaufenthalt, wenn das Wasser abläuft, der Weg zurück zum Meer weit wird. Jetzt kommen wir an unsere Grenze: zu zweit ist das ohnehin nicht ganz leichte Beiboot schon kaum zu tragen, mit dem neuen schweren Motor dran geht es gar nicht. Wir schieben es zurück in tieferes Wasser, steigen wieder ein und fahren die Küste ein Stück ab. Überall das gleiche, Sandstrand und kein Steg, etwas frustriert tuckern wir zum Schiff zurück.
Nachmittags laufen nacheinander NORTH, RAINBOW, AURORA und ZEELAND in der Ankerbucht ein. Zusammen mit NORTH fahren wir noch mal zum Strand. Es ist ablaufendes Wasser, gemeinsam tragen wir unser Dingi ein Stück den Strand hinauf. Während wir einen Drink in der Strandbar des Hotel Mar y Oro nehmen und das WLAN nutzen, gesellt sich noch AURORA zu uns. Zu sechst erkunden wir die Insel. Sie ist nicht groß, einmal rundum in 90 Minuten! Wir laufen quer durch in 10 Minuten. Auf der anderen Seite ist ein kleiner Ort. Zwei winzige Läden mit minimalem Angebot, sie nennen sich aber Supermarkt! Ein paar Lokale, die aussehen wie Baracken und eine Polizeistation. Armin will das Gebäude fotografieren, sofort kommt ein Uniformierter raus und verbietet es. UPS, ist leider schon passiert. Die Landebahn des kleinen Flugplatzes teilt auch diese Insel sauber in zwei Hälften. Heute sind drei kleine Flieger gelandet! Außer ein paar Kleinsttransportern gibt es keine Autos auf der Insel, dafür aber jede Menge elektrischer Golfcarts. Als Zwei- und Viersitzer kann man sie auch mieten, aber 25 bzw 40 $ für eine Stunde erscheint uns doch etwas viel. Das Abendessen nehmen wir auf der Hotelterrasse ein. Es wird etwas unruhig, da wir ständig nach den drei Dingis am Strand schauen müssen. Inzwischen ist wieder auflaufendes Wasser und sie liegen nicht sehr hoch. Als wir dann im Dunklen hinkommen ist das Wasser doch noch weiter entfernt, als es von oben aussah. Dass der Landausflug bis in die Dunkelheit dauern würde, war nicht geplant. Entsprechend haben wir natürlich alle kein Ankerlicht am Schiff eingeschaltet. Aber Taschenlampen hat jeder im Gepäck und der Mond steht ziemlich voll und hell am Himmel. Wir finden ASHIA problemlos, nehmen uns aber fest vor, wenn wir das nächste Mal an Land gehen wird, egal wann, ein Licht angemacht.

PS: Hilde, falls Du das liest: wir gratulieren Dir auf diesem Weg ganz herzlich zum Geburtstag!

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