Bootskoller

Donnerstag, 23. März 2017

Wir schaukeln und wackeln in der Dünung ohne Pause! Es schüttet in Abständen wie aus Kübeln, die Luftfeuchtigkeit ist enorm. Alles ist klamm, nichts trocknet, weder gebrauchte Handtücher noch frisch Gewaschenes. Die Luft steht ohne Windhauch, Luken öffnen geht nicht, weil es reinregnet! Leute, wisst ihr eigentlich, wie schön der Winter in Deutschland ist?! Fatu Hiva als Ziel für heute haben wir aufgegeben, 40 NM bei dem Sauwetter motoren will man weder auf SHAMAL noch auf ASHIA. Jetzt ist Tahuata in 7 NM Entfernung das Ziel. Es kann nur besser werden!

Nein! Schlimmer geht immer! Der nächste Regenguss bringt es an den Tag: wir haben wieder Wasser im Küchenschrank! Hinter der Verkleidung vom Instrumentenbord ist alles nass, an einer Ecke rinnt das Regenwasser aus dem Zwischendeck, wer weiß woher! Dazu Gewitter mit Blitz und Donner!

Am späten Vormittag endlich bessert sich das Wetter, die Wolken sind hellgrau statt dunkelgrau, der Regen stoppt, wir motoren nach Tahuata in die Hanamoenoa Bucht, eine der schönsten der Marquesas! Regenwald reicht von den Bergen bis knapp vor das Ufer, ein Streifen Kokospalmen folgt und am hellbraunen Sandstrand bricht sich die hier auf der Lee-Seite nur leichte Brandung. Leider ist das Wasser durch die vom Regen angeschwollenen Bäche, die in die Bucht münden, erdig und braun. Wir ankern auf 10m Wassertiefe. Welch eine Ruhe im Vergleich zu Hiva Oa. Selbst die Fallböen, die immer wieder mal mit bis 25 kn von den Bergen runter wehen, lassen die Boote nur leicht schaukeln. Wir holen das Dingi aus der Backskiste und blasen es auf. Wir können nicht ständig Marcel als Wassertaxi missbrauchen.

Als es nachmittags etwas aufklart, machen wir uns an das Abdichten der 30 Schrauben der Travellerschiene des Großsegels. Vermutlich sind die zumindest eine der Eintrittstellen für das Wasser unter Deck! Und so zeigt sich wieder, Segeln heißt, an den schönsten Plätzen der Welt sein Schiff zu reparieren!

Für 1730 haben Rita und Marcel zum Abendessen eingeladen. Als wir kurz vorher das Beiboot zu Wasser lassen wollen fängt es wieder an zu regnen. Innerhalb von Minuten schüttet es wie unter der Brause! Wir flüchten ins Cockpit und warten, und warten und warten. Meist hört der Regen ja nach 5 bis 10 Minuten wieder auf, diesmal allerdings nicht! Nach einer halben Stunde geben wir auf und schlüpfen in Badehosen plus Regenjacken. Den Außenborder anzuhängen dauert zu lange, wir lassen das Dingi herab und Armin rudert uns die 20m zu SHAMAL herüber. Rita spendiert ein Handtuch, wir ziehen uns um und genießen ein hervorragendes Abendessen, Danke! Der Rückweg verläuft trocken.

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