Drei Buchten, drei Dörfer

Sonntag, 26. März 2017

Früh um 0600 weckt uns ein heftiges Gewitter. Danach schlafen wir noch mal ein und verschlafen die Zeit, zu der wir eigentlich alle zusammen zum Gottesdienst wollten. Da Armin am Vorabend, um Strom zu sparen, auch das Funkgerät abgeschaltet hat, weckt uns auch kein Funkruf. So kommt es, dass wir erst um 0915 statt um 0800 mit dem Dingi ans Ufer fahren. In weiser Voraussicht stecken unsere Hosen im wasserdichten Rucksack! Bis wir am Ufer sind und das Beiboot am Strand hochgezogen haben, sind die Badehosen nass! Zum Glück gibt es eine Süßwasserdusche und bei der Hitze trocknet alles schnell. Wir treffen die anderen vier im Haus des Bürgermeisters. Auf der großen Veranda sitzen wir an einem Tisch, der bestimmt für 20 Personen reicht. Der Bürgermeister ist bei der Feuerwehr beschäftigt, ebenso wie sein ältester Sohn. Während Pia und Terje noch mal mit Maria-Karen fahren, lädt uns ein weiterer Sohn in seinen Pick-Up und fährt mit uns auf Inseltour.

Es gibt drei Buchten auf der Leeseite mit drei Tälern und jeweils einem Dorf darin. Insgesamt leben etwa 3200 Menschen auf der Insel. Zunächst geht es zu einem großen Obstgarten. Er wurde angelegt, um die Inselbevölkerung mit frischen Früchten zu versorgen. Von Tahiti werden 5 Leute bezahlt, die sie um die Bäume kümmern sollen. Da aber inzwischen fast jeder Inselbewohner seinen eigenen Obstgarten hat, will Tahiti das Projekt stoppen. Die Bürgermeistersfrau plant nun, diesen riesigen und ertragreichen Garten mit der Schule weiter zu führen. Für uns pflückt man Mandarinen, Avocado und Zitronen ab. Die Bürgermeisterfrau scheint überhaupt kulturell sehr engagiert zu sein. Sie besitzt die Schlüssel zu allen drei Museen, und obwohl Sonntag geschlossen ist, kommen wir so überall hinein. Marcel fragt nach einem Restaurant, möchte irgendwo essen. So etwas gibt es hier nicht, aber wenn wir Hunger haben lässt sich etwas arrangieren! Im Dorf Vaipaee in der großen überdachten Sporthalle ist eine „Küche“ aufgebaut. Das halbe Dorf ist versammelt, man isst, spielt Lotto und die Kinder toben. In einer Ecke steht ein Moskitonetz-Zelt als Schlafstätte für die Kleinsten. Das Essen ist schwierig! Hier wird Fleisch nicht anatomisch korrekt vom Knochen getrennt, hier wird das Tier in Stücke geschnitten, kreuz und quer und alles gekocht, mit und ohne Knochen! Huhn, Ziege und Schwein in Kokosmilch, dazu gibt es Reis, alles für umgerechnet 4$. In der großen Kühlbox liegen die Getränke auf Eis. Zum Glück merken wir noch rechtzeitig, dass in den kleinen Flaschen nicht das drin ist, was auf dem Etikett steht! Sie sind alle wieder aufgefüllt mit Zitronensaft eigener Herstellung! Na, das lassen wir doch lieber. Aber der Reis mit Ziegen-Kokos-Sauce schmeckt und stillt den Hunger. Am Flugplatz landet gerade eine kleine, 18-sitzige Maschine aus Nuku Hiva, sie kommt drei mal wöchentlich. Das dritte Dorf ist Hanatete, hier besuchen wir einen kleinen Laden für Kunsthandwerk. Besonders die Holzschnitzereien sind schön. Leider ist der Platz an Bord begrenzt. Jedes der drei Dörfer hat eine große Kirche und eine eigene Poststation. Die schönste Ankerbucht ist aber Hane, wo wir liegen.

Der Rückweg zum Schiff wird schwierig! Inzwischen haben wir auflaufendes Wasser und ziemlich viel Brandung. Klatschnass kommen wir am Boot an! Das müssen wir definitiv noch üben!

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