An Island To Ourselfs

Mittwoch, 24. Mai 2017

Obwohl für heute unverändert schwacher Wind und viel Welle angesagt ist, starten morgens sechs weitere Yachten Richtung Niue. Fast alle haben Mühe ihre Anker frei zu bekommen. Sie werden die ersten 24 Stunden motoren müssen, was zumindest bei einigen sogar erwünscht ist, da ihre Wassermacher nur unter Motorfahrt laufen und nicht, wie bei uns, auch über Generator. Zurück bleiben ARABELA, SHAMAL und ASHIA. Wir wollen mit dem Wasser im Amelantrieb nicht mehr als nötig motoren und ab morgen soll der Wind passen. ARABELA möchte nicht am Sonntag ankommen, denn da kostet das Einklarieren deutlichen Aufpreis! Auch ein Argument!
Jetzt gehört die Insel uns! Mittags fahren wir mit Rita und Marcel zum Dingidock, laufen die paar Schritte quer über die Insel und schnorcheln an der Außenseite. Leider haben wir uns etwas mit den Gezeiten vertan. Zwar haben wir einlaufendes Wasser, aber in der Lagune noch absolutes Niedrigwasser. Der Weg über die Steine und toten Korallen bis in tieferes Wasser, wo man wenigstens nicht mehr mit dem Bauch hängen bleibt, ist barfuss sehr schmerzhaft und nicht ungefährlich und mit Flossen auch problematisch. Aber wir finden eine Stelle, wo wir von Sandfleck zu Sandfleck rutschen können. Hier auf der Luvseite der Insel am Außenriff sind die Fische größer und zahlreicher. Sie sind prächtig in ihren schillernden Farben anzusehen. Leider sind auch die Haie allgegenwärtig, große Schwarzspitzen-Riffhaie und dazwischen auch mal ein größerer grauer Hai. Sie sind wie junge Hunde, neugierig und am Ende doch schreckhaft und drehen ab, zum Glück! Nicole wird es unheimlich, zumal das Wasser steigt und immer wieder hohe Wellen über das Außenriff kommen, die einen mitnehmen. Sie geht zurück ins seichtere Wasser, setzt sich auf eine abgeschliffene Koralle im Wasser und beobachtet die Fische rundum. Die lassen sich beim Knabbern an den Korallen nicht stören. Ein Hai surft jedes Mal, wenn eine größere Welle kommt, regelrecht darauf bis in die „Badewanne“ in der Nicole sitzt. Er dreht aber immer gleich wieder ab nach draußen.
Der Rückweg geht am Ufer entlang um die Westspitze der Insel. Auf der Seite der Lagune ist das Wasser völlig ruhig. Wir finden eine kleine Einbuchtung im Ufer, tief genug, um bis zum Hals darin zu sitzen, ein Pool mit bestimmt über 30° warmem Wasser. Thermalbaden! Die Sonne scheint und die Farben des Wassers sind unglaublich! Es zeigt alle Schattierungen von hell- bis dunkelblau, türkis und grün.
Abends, wir sitzen gerade beim Sundowner im Cockpit, bittet Marcel über Funk um Hilfe. Der Wassermacher will nicht mehr. Wir lassen das Dingi noch mal zu Wasser und Armin fährt zu SHAMAL. Leider kann er nur bei der Diagnosestellung helfen, die Therapie muss warten! Der Elektromotor der Niederdruckpumpe ist kaputt. Sie haben noch gut 400l Wasser im Tank, das sollte bis Niue reichen. Wenn es dort keinen Ersatz für die Pumpe gibt, werden wir eine Transfusion mit unserem Wasser vornehmen. In Niue gibt es Trinkwasser nämlich nur in Kanistern zu 20 Litern. Vielleicht kann dann auch AURORA POLARIS aushelfen, deren Wassermacher entsalzt 200 Liter in der Stunde, unserer gerade mal 50 Liter! Was für uns zwei aber völlig ausreichend ist.

Ein Kommentar

  1. Es ist schon verrückt: ihr seid von Unmengen Wasser umgeben, Trinkwasser ist jedoch ein rares Gut und will sorgsam gehütet werden. Oder aufbereitet, von NaCl befreit …

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