Überfahrt und Ankunft Cocos Keeling

Dienstag, 26. September 2017
 Den ursprünglichen Plan, Christmas Island am Samstag gegen Mittag zu verlassen, um vorher noch mal ins Internet-Cafe zu gehen, lassen wir am frühen Morgen lieber fallen, als wir sehen, dass sich ein Frachter in die Bucht schiebt und vor der Phosphat-Verladestation festmacht. Vor dem beim Verladen aufkommenden gelben Staub wird sogar im Hafenhandbuch gewarnt. So lösen sich SOLO und ASHIA schon um 0800 vorzeitig von den Bojen. Es erweist sich als klug, kurz darauf sehen wir hinter uns die Staubwolke über die Bucht ziehen.
Es wird eine schnelle, nasse und ruppige Überfahrt. Der Wind bläst mit 18 bis 25kn meist von der Seite, unter weißen Segeln rauscht ASHIA durch`s Wasser. Wir machen Etmale von über 180 NM. Bis zu 2m hohe Wellen klatschen gegen die Bordwand, spritzen über Deck und lassen ASHIA rollen. Das Leben an Bord ist etwas ungemütlich. Jeder Schritt und jeder Handgriff muss gut überlegt werden, sonst sind blaue Flecke noch die geringst mögliche Verletzung. Kochen wird zum Balanceakt und Nicole rutscht nachts, obwohl die Leebremse unter der Matratze steckt, zweimal aus der Koje.
Unser Timing ist wieder mal ganz hervorragend! Wir erreichen Cocos Keeling gegen Mitternacht am Montag, kurz nach ARABELA, TAKE OFF, HANNA und SOLO. Natürlich frischt der Wind auf den letzten Meilen richtig auf, 30kn Spitze, und es regnet heftig. Gegen Regen, der das Boot vom Salz befreit, ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, aber doch bitte nicht wieder genau zum Ankermanöver. Da der Weg zum eigentlichen Ankerplatz in der Lagune vor Direction Island wegen der geringen Wassertiefe und den Korallen nachts zu gefährlich ist, ankern alle etwas weiter draußen in der Einfahrt. Lediglich der Katamaran HANNA, mit seinem geringen Tiefgang, fährt bis vor den Strand von Direction Island. Außerdem kennt Skipper Thomas den Platz von einem früheren Besuch. Es ist eine Unsitte mancher Skipper, sobald sie ihren Ankerplatz erreicht haben, AIS und Lichter, bis auf das Ankerlicht im Top, zu löschen. Sie sind für ankommende Boote nicht mehr wirklich zu sehen. Mit Funkbegleitung durch HANNA und SOLO, die noch wach sind, und SOLOs Festbeleuchtung, finden wir einen Platz und um 0130 am Dienstagmorgen fällt unser Anker bei strömendem Regen. Als wir fertig sind hört der Regen auf! HANNA lädt noch zu Champagner ein, um die Ankunft zu feiern, doch bei dem Wind und Schwell zieht es niemand mehr ins Dingi. Wir verschieben den Ankunftsschluck auf den Morgen und gehen in die Koje.

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