Zeeland hat es geschafft!

Mittwoch, 15. November 2017
Seit Tagen gilt die Sorge aller der italienischen HR 42 ZEELAND. Sie sind wirklich vom Pech verfolgt! Bereits vor der Südspitze von Madagaskar gibt der bereits zweimal für viel Geld reparierte Fischer-Panda-Generator wieder den Geist auf. Zwar kann Edwin die Batterien auch über den Motor laden, aber im Seegang wird der, durch den dreckigen Diesels aus Lombok entstandene Bodensatz im Tank, aufgewirbelt und verstopft den Filter, was zum mehrmaligen Filterwechsel unterwegs zwingt, bis dann der letzte in Gebrauch ist. Nun sollte ein Segelboot ja segeln und nicht motoren. Aber zu allem Überfluss hat der Rigger, der in Reunion im Mast oben eine Reparatur an einer Wand durchgeführt hat, ein Fall falsch geführt. So kommt es, dass unterwegs der Genua-Furler blockiert und das große Vorsegel nicht mehr ausgerollt werden kann. Unter Jib und Groß kommt ZEELAND nur langsam voran und die Motorunterstützung ist limitiert durch die Kapazität des Dieseltanks. Jetzt kommt die Wettersituation dazu, ein Sturmtief hat sich zum Zyklon mit Windstärken bis 50 kn entwickelt und soll bis Mittwochmittag Richards Bay erreichen. Während alle Boote inzwischen rechtzeitig in der Marina angekommen sind, liegt ZEELAND weit zurück und die Ankunftszeit droht in die Starkwindphase zu fallen. Victor spricht zweimal täglich mit Edwin über Satellit, wir verfolgen seinen Fortschritt im Fleetviewer. Man rät ihm, soviel Speed wie möglich zu machen, also Motorsegeln, wenn der Sprit dann für die letzten Meilen nicht reichen sollte, wird der Seenotkreuzer auslaufen und ihm Diesel bringen. Doch ZEELAND hat Glück. Auf den letzten 150 SM frischt der Wind etwas auf, sie laufen 7-8 kn und erreichen heute Morgen um 0630 mit den letzten 10 Litern Sprit die Marina! Außer Victor und Laurenz, den beiden Yellow Shirts, und der üblichen Abordnung vom Yachtclub, stehen nur wir beide zu dieser frühen Stunde zum Empfang am Steg. Schon über Funk hatte Edwin Nicole um medizinische Hilfe für Bianca gebeten. Zum Glück ist das Problem schnell erkannt und kann erfolgreich therapiert werden.
Es beginnt das Warten auf den Sturm! Alle Boote werden mit zusätzlichen Leinen festgemacht, unzählige Fender werden ausgebracht. Die größeren und schwereren Schiffe, die auf der Luvseite des Stegs mit dem Bug in den Wind liegen, müssen ihre Anker ausbringen, um zu verhindern, dass zu viel Duck auf den Schwimmsteg kommt. Wir liegen gegenüber von SOLO in deren Windschatten und haben TOUJOURS BELLE neben uns. Um 1030 schläft der Wind wie vorhergesagt ein. Die Ruhe vor dem Sturm! Mittags fängt es an zu regnen. Wie sagt man doch: kommt der Regen vor dem Wind, zurre alles fest geschwind! (Und das Gegenteil: kommt der Wind vor dem Regen, Skipper kann auf`s Ohr sich legen!) Eine Stunde später geht es los! Bis 35 kn bläst es durch den Hafen, der Steg biegt sich durch, die Boote schaukeln, aber alles hält. Nachdem wir sicher sind, dass nichts passieren kann, fahren wir mit Jasmin und Thomas im Taxi in ein Einkaufszentrum. Die zehnminütige Fahrt kostet umgerechnet 4 Euro! Wir stöbern durch die Läden, entdecken afrikanische Mode bei H & M, eine Größe 38 hier entspricht 42 bei uns, die meisten Damen hier haben etwas andere Maße (und Masse)! Das Angebot im Supermarkt ist reichhaltig, die Preise im Vergleich mit Deutschland sehr günstig. Eingedeckt mit frischem Obst geht es im Taxi zurück. Im Hafen peitscht der Sturm den Regen fast waagerecht.
Abends leeren wir zusammen den Willkommenssekt bei uns an Bord. Nach einem letzten prüfenden Blick auf ASHIA und OWL, sie liegt auf unserer anderen Seite und die Crew ist für zwei Tage auf Safari, kriechen wir in die Koje. Heute hatten wir erstmals seit Monaten Pullover, warme Jacken und feste Schuhe an!

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