Sand, Sand, Sand!

Montag, 15. Januar 2018
Weiter geht die Fahrt mit dem VW-Bus jetzt durch die Wüste Namib bis zu dem 120 km entfernten kleinen Ort Aus. Die geteerte zweispurige Strasse, die B4, zieht sich kilometerlang schnurgerade durch die karge Landschaft. Zunächst ist es noch steinig, doch mehr und mehr liegt Sand neben der Fahrbahn, kleine Wanderdünen türmen sich auf. Eisenbahnschienen verlaufen parallel zur Strasse, sie sind stellenweise vom Sand verschüttet. Der Schienenverkehr ruht seit längerem, soll aber noch dieses Jahr wieder aufgenommen werden. Wir sehen kleine Bagger, mit denen die Wanderdünen vom Straßenrand weg geschoben werden. Ein paar 4×4 Safari-Jeeps kommen uns entgegen und wir überholen einige LKWs, die zu den Zink-Minen fahren. Um uns herum ist Sand, Sand, Sand, ein paar trockene Sträucher wachsen und in der Ferne sieht man Bergkuppen. Wir biegen von der Teerstrasse auf einen Schotterweg ab und rumpeln ein Stück in die Wüste hinein. Neben uns grasen ein paar Orynx, Gemsböcke. An einem Abhang ist ein Aussichtsplatz errichtet. Von hier aus überblickt man eine weite Ebene bis zu den Bergen, in der ein Wasserloch angelegt ist, das aus einem tiefen Brunnen über eine Solar-getriebene Pumpe gespeist wird. Hierher sollen Wildpferde zur Tränke kommen. Leider sehen wir nur ein Pferd in der Ferne, dafür stehen aber vier Orynx am Wasser und später rennt eine Hyäne vor dem Auto über die Strasse.
In Aus kehren wir zum Lunch in dem frisch renovierten Bahnhofs-Hotel ein. Während es heute morgen in Lüderitz am Hafen und auch in Kolmannskoppe noch ziemlich kalt war, zeigt das Thermometer hier in der Wüste 36° an. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel, aber es ist erträglich, da es eine total trockene Hitze ist. Wir sitzen im Schatten auf der Restaurant-Terrasse und essen wieder viel zu viel! Nach Aus kommen die Farmer der umliegenden Farmen zum Einkaufen oder auch zum Gottesdienst, falls gerade mal ein Pfarrer da ist
Als wir auf dem Rückweg noch ca. 50 km von Lüderitz entfernt sind, nimmt der Wind zu und ein Sandsturm setzt ein. Die Sandkörner prasseln gegen die Seite des Busses, immer wieder liegen erste Sandverwehungen auf der Strasse. Jetzt möchte man keine Reifenpanne haben!
Gegen 1600 setzt Marion uns wieder am Hafen ab. Das war ein absolut toller Tag heute. Wir haben nicht nur viel gesehen, sondern auch viele wertvolle Informationen erhalten. Die Tour mit ihr können wir nur empfehlen!
Zurück an Bord fahren Thomas und Armin mit den leeren Dieselkanistern zum Steg und laufen zur Tankstelle, wo sie schon erwartet werden. Thomas hatte gestern gefragt, ob man sie mit den vollen Kanistern zum Beiboot zurück fahren könnte. Der Angestellte hilft dann sogar die insgesamt 12 schweren 25-Liter-Kanister über den Anleger bis zum Dingidock zu tragen. Natürlich bläst der Wind mit über 20 kn und das ganze Unternehmen ist eine nasse Sache. Kanister an Bord heben und verstauen, das Beiboot auf dem Achterdeck festzurren, bis zum Abend sind wir fertig und startklar für morgen.
Namibia gefällt uns allen so gut, dass wir unsere Pläne wieder geändert haben! Anstatt von Lüderitz direkt nach St. Helena zu segeln werden wir erst noch nach Walvis Bay, 250 SM nördlich von hier, fahren!
Marion Schelkle, +264 81 129 7236
Oder über ihren Laden „Lüderitz Safaris & Tours“ in der Bismarck Strasse





2 Kommentare

  1. Liebe Nicole, lieber Armin,
    zurück vom Lago Maggiore wird uns warm ums Herz bei euren Berichten (trotz des Benguela-Stroms…).
    Walfischbai ist schön, etwas weniger deutsch und ein bisschen mehr portugiesisch als die anderen Städte.
    Von dort aus solltet ihr unbedingt noch Swakopmund sehen (auf dem Landweg, entlang riesiger Dünen und einer Küste, die wirklich „Langstrand“ heißt), wo es eine tolle deutsche Bäckerei gibt, eine berühmte Schwarzwälder Kirschtorte, einen deutschen Buchladen – den Rest entdeckt ihr selbst!
    Gutes Segeln, gute Ankunft und eine schöne Zeit wünschen euch eure Heiner und Hilde

  2. Die Abkoppelung von der World-ARC mit deren Zeitplan beschert euch offenbar viele interessante Eindrücke. Die den anderen (leider) verborgen bleiben

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