Von Lüderitz nach Walvis Bay

Dienstag, 16., bis Mittwoch, 17. Januar 2018
Die Welt ist grau-trüb als wir um 0715 unsere Boje in der Bucht von Lüderitz verlassen. Nach kurzer Motorfahrt frischt der Wind auf und wir können segeln. Die nächsten 36 Stunden bleiben wechselhaft. Die anfänglichen 25 kn Wind werden allmählich weniger, es bleibt wie immer die Welle und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Nachts ist es empfindlich kalt. Thermowäsche und Segelanzug, Daunenjacke, Stricksocken, Fleecedecke, wir mummeln uns auf Wache richtig ein. Am Mittwoch kommt die Sonne erst gegen Mittag durch die Wolken, dafür pausiert der Wind und wir motoren. Wieder sehen wir Seehunde aus nächster Nähe, mal einzelne Tiere, dann wieder Gruppen von 50 und mehr. Sie treiben auf dem Rücken mit den Flossen in der Luft, sie springen aus dem Wasser ähnlich wie Delphine, wir können ihnen ewig zuschauen.
Am Spätnachmittag nähern wir uns unter Motor Pinguin Island, der großen Landzunge vor Walvis Bay. Wir entsalzen das Cockpit und vor Allem die Cockpitscheiben, um bessere Sicht zu haben. Kaum umrunden wir die Spitze der Halbinsel, auf der Hunderte von Robben liegen, bläst es uns mit 25 kn entgegen. Die Wellen klatschen gegen den Rumpf, hoch spritzt das Wasser auf, wofür haben wir geputzt? Eine Stunde lang motoren wir gegen Wind und Welle durch die Bucht zum Ankerplatz beim Yachtclub. Wir fahren quer durch die Reede. Hier liegen Tanker, Frachter und Fischereifahrzeuge vor Anker. Wir passieren einen Cluster aus neun zusammengebundenen großen Fischerbooten. Zwischen allem fahren kleinere Fischerboote, die offensichtlich Netze ziehen, so dass wir auch noch ausweichen müssen. Um 1930 fällt dann unser Anker auf 5m Wassertiefe in den Grund. Zum Glück fasst er sofort, es bläst unvermindert mit 20 bis 25 kn und selbst hier nah am Ufer spritzt schon eine heftige Welle hoch. TOUJOURS BELLE kommt eine Stunde später und ankert mit dem allerletzten Licht der Dämmerung neben uns.


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