Es tut sich was

Montag, 26. Februar 2018

Bereits um 0600 fährt Armin zu ASHIA und wirft den Generator an, etwas später frühstücken wir und um 0800, wie ausgemacht, stehen wir an der Rezeption. Wo ist unsere Englisch-sprechende Karla? Heute nicht da! Und Luiz ist kein wirklicher Ersatz! Wo sind der Hafenchef, der Hotelmanager und der Sachverständige von der Werft? Sie kommen! Wann? Ja dann! Wann genau? Wie üblich bleibt Armin ruhig und ich tobe! Nach zig Telefonaten heißt es bis 1000 seien alle da! Und der Hafenmeister, der uns bei der Ankunft die Liegegebühr nicht schnell genug abnehmen konnte, steht unbeteiligt grinsend daneben, versteht ja nix! Wohl mehr zu unserer Beruhigung, dass etwas passiert, fährt Joao, der Marina-Arbeite, mit Armin und zwei Leuten von der Werft, die natürlich auch nix verstehen, zum Boot. Sie schauen mal, so aus der Ferne!
Um 1000 stehen wir wieder an der Rezeption. Ja der General-Manager ist jetzt in seinem Büro, und er sagt……! Ne, nix er sagt! Wir wollen selber mit ihm reden! Endlich dringen wir vor. Seine muffige Vorzimmertussi ist die, mit der ich am Samstag schon das Vergnügen hatte. Immerhin geleitet sie uns zum Boss! Der versteht auch nur Portugiesisch! Wie kann man ein Hotel leiten, das sich rühmt international zu sein und 5 Sterne hat, ohne eine Fremdsprache zu können? Er lässt dann den Chef der Rezeption holen, der kann zumindest etwas Englisch! Am Ende einigen wir uns, dass die Werft sich den Schaden jetzt noch mal anschaut und wir uns um 1600 wieder treffen, um das weitere Procedere zu besprechen. Außerdem werden wir bis zum Ende der Reparaturen kostenlos im Hotel wohnen können. Vielleicht hat ja Armins Visitenkarte etwas bewirkt, manchmal muss er den „Anwalt“ und den „Dr“ einfach raushängen lassen! Über die Schuldfrage wird gar nicht erst diskutiert.
Etwas später erscheint ein Ingenieur der Werft und fährt mit Armin noch mal zum Boot. Jetzt wird alles genau begutachtet. Bis Mittwoch sollen die groben Schäden behoben werden. Einen Ersatz für den gebrochenen hölzernen Flaggenstock will er auch besorgen.
Nachdem wir nichts weiter mehr tun können pausieren wir erst mal am Pool. Wir sind inzwischen beide durch Schlafmangel und Stress ziemlich kaputt. Inzwischen ist auch Karla wieder da, sie hat heute Spätschicht!
Nachmittags kann ich vom Zimmerfenster aus erkennen, dass die verbogenen Davits bereits vom Heck abgenommen werden und auch die abgerissene Halterung des Heckankers.
Der Tag klingt aus in der Churrascaria „Sal e Brasa“, die uns Karla empfiehlt. Gemütlich ist was anderes, das ist eher eine Bahnhofshalle mit endlos vielen Tischen. Der Lärm ist gewaltig, und in einer Ecke bemüht sich ein Klavierspieler vergeblich Kaffeehaus-Atmosphäre zu erzeugen! Die Kellner laufen mit großen Spießen mit diversen Fleischsorten von Tisch zu Tisch. Wer etwas möchte, dreht seinen kleinen „Ampelbutton“ auf die grüne Seite. Dann kommen sie mit dem Spieß zum Tisch, säbeln Fleischscheiben ab, soviel man möchte. Dazu gibt es ein reichhaltiges Salatbuffet sowie Sushi, Pasta und Fischgerichte. Ein Dessert-Wagen wird durch die Reihen geschoben, beladen mit diversen kalorienschweren Kuchen. Hier geht niemand hungrig raus!

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