Auf zu neuen Abenteuern

Dienstag, 24. April 2018

Wir stehen extra früh auf, wollen zeitig ausklarieren und die Marina bezahlen, aber erst beim dritten Anlauf um 0830 hat Armin Erfolg und das Büro ist geöffnet! Jetzt muss zunächst über Funk der Marinero zum Liegeplatz geschickt werden, um die Wasseruhr abzulesen, Strom ist im Preis inbegriffen. Um 0910 rufen wir dann den Marinero und bitten um Mooring-Assistance. Die lange Bugleine ist mit einem so kurzen Palsteg an der Boje befestigt, dass das von Bord aus nicht zu öffnen ist. So kommen wir erst um 0930 los.
Wir wollen die 180 SM bis Jolly Harbour, Antigua, ohne Stopp durchfahren, also eine Nachtfahrt mit ETA morgen gegen Mittag. So der Plan!
Es geht an der Westküste von Martinique entlang nach Norden. Der Wind spielt wieder mit uns! Er bläst mit 8 bis 15 kn, mal von vorne, mal von hinten und dann wieder von der Seite. Immer wieder muss Mr. Yanmar schieben. In der freien Passage zwischen Martinique und Dominika können wir dann flott segeln. Wir beobachten Tölpel, die wie Steine aus der Höhe senkrecht ins Wasser stürzen und kurz darauf mit einem Fisch im Schnabel wieder auftauchen. Immer wieder fahren wir durch Bänder von grün-gelben Algen. An der Spitze von Dominika flaut der Wind ab und wir müssen durch riesigen Teppiche von Algen motoren. Es sieht aus, als ob man durch Sandwüste oder Getreidefelder fahren würde. Es bremst uns richtig ab. Kurz darauf passiert es dann: es ruckelt und der Vortrieb ist weg! Irgend etwas blockiert den Propeller. Der alte Motor wäre jetzt am Ende gewesen, der neue Mr. Yanmar schafft es, dagegen an zu kommen und wir nehmen wieder etwas Fahrt auf. Haben wir uns ein Netz eingefangen oder sind es nur die Algen? Wir laufen langsam in die Bucht von Roseau ein. Inzwischen ist es 1920 und stockdunkel, der Halbmond bringt nicht genug Licht und die Lichter am Ufer irritieren nur. Laut Hafenhandbuch liegen hier Bojen aus, das Ankern ist auf 50m Wassertiefe schwierig. Wir laufen zweimal an der Linie entlang, an der wir die Bojen vermuten, aber wir können keine freie erkennen. Lediglich ein paar Boote, meist ohne Ankerlicht oder sonstiger Beleuchtung, liegen hier an Bojen. Gerade als wir beschließen, ein Stück weiter nördlich zu suchen, höre ich Motorgeräusch und ein schnelles kleines offenes Motorboot schält sich aus dem Dunklen und kommt auf uns zu. „Hello my friends, welcome, my name is Greg, do you need help? Looking for a boy?“ Er fährt vor uns her zu einer seiner freien Bojen und fädelt unsere Leine durch. Er wäre schon früher gekommen, hat uns einlaufen sehen, aber er war beim Tanken! Der Bojenplatz kostet 40 EC$ pro Nacht und er möchte noch ein Trinkgeld dazu, für seine Hilfe. Das geben wir in diesem Fall wirklich gerne und reichlich!
Eine Stunde später, wir sind gerade fertig mit Abendessen, kommt noch ein Motorboot vorbei. Es ist Marcus von der Security von Roseau. Ich habe schon gelesen, dass man auf Dominika sehr am Tourismus interessiert ist und für Sicherheit sorgt. Er stellt sich vor und sagt jegliche Unterstützung bei was-auch-immer zu, wir sollen nur auf ULW 16 rufen! Danke, aber hoffentlich benötigen wir ihn nicht!

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