La Coruna

Mittwoch, 13. Juni 2018

Wir schlafen bis 0900 Bordzeit = UTC. Allerdings vergessen wir, dass hier in Spanien europäische Sommerzeit gilt, also UTC plus 2! So ist es also schon 1130, als der Hafenmeister am Schiff steht, uns freundlich begrüßt und bittet, einen Liegeplatz weiter innen aufzusuchen, da ein großes Boot erwartet wird, das hier längsseits gehen muss. So kommt es, dass wir noch vor dem, sehr verspäteten, Frühstück ASHIA an einen Fingersteg verholen. Der Hafenmeister, der gut englisch spricht, hilft und nimmt die Leinen an.
Erst gegen Mittag laufen wir den langen Schwimmsteg vor zum Marinabüro. Auch hier ist die junge Dame freundlich und des Englischen mächtig. Nur der Wirt der Cafeteria im Hafen, wo wir einen Cappucino trinken, kann wenig Englisch. Aber er bemüht sich redlich und ein paar Brocken Spanisch kann ich auch.
ASHIA bekommt ihre wohlverdiente Entsalzung verpasst. Als Armin von vorne gegen das Cockpit spritzt, läuft aus dem Schiebedeckel über der Pantry, durch den man von innen an die Instrumente kommt, das Wasser raus. Nach kurzer Lecksuche ist die Ursache gefunden! Bruno, der italienische Persenningmacher, hat die Löcher für die „Nippel“ zu den Ösen der Cockpitabdeckung mit der Bohrmaschine vorgebohrt. Dadurch sind sie viel zu tief. Er hat die Schrauben ohne Abdichten nur eingeschraubt. Nun hat sich das Wasser seinen Weg gebahnt. Wir schrauben alle „Nippel“ ab und setzen sie mit Sikaflex neu ein. Morgen werden wir den Wasserschlauch darauf richten und hoffen, dass die Pantry trocken bleibt!
Am Abend wollen wir im Hafenrestaurant essen, doch 1930 ist wohl zu früh! Es ist noch geschlossen. Wir laufen in die Altstadt. Enge verwinkelte Gassen mit schmalen Häusern mit hohem Restaurierungsbedarf wechseln mit weiten Plätzen. In der Jamoneria „La Leonesa“ kehren wir ein. Unzählige Schinken hängen von der Decke des Restaurants. Es gibt verschiedene Schinkensorten, Würste und Käse, dazu ein leckeres Graubrot (!) und spanischen Wein. Teller bekommt man keinen, auch kein Besteck. Wozu hat man Finger! Auch hier sind wir erstaunt über die Freundlichkeit des jungen Mannes, der uns bedient, sein gutes Englisch und die Flexibilität bezüglich der Wünsche.
Zurück geht es am Ufer entlang. Eine breite Promenade führt vom engen inneren Stadthafen raus zur Marina am Breakwater, wo wir liegen. Es ist 2200, die Sonne ist noch nicht untergegangen und hier tobt das Leben! Jogger, Spaziergänger mit und ohne Hund, Touristen, bevölkern den Weg. Was für ein anderes Lebensgefühl ist es doch, wenn es nicht schon um 1800 dunkel ist, wie in der Südsee!


5 Kommentare

  1. Hallo Nicole & Armin
    Wir kommen von Sizilien (Ragusa) und sind im Moment noch in Portimão, wollten eigentlich heute Morgen früh auslaufen, aber da gibt es zuviel Wind auf die Nase, Morgen sieht es besser aus, aber vermutlich sind wir erst am DO in Bayona wo wir uns von unseren Freunden, die 2W an Bord waren am SA verabschieden. Das heisst vor SA kommen wir dort nicht los, also nützt es auch nicht wenn „wir einen Knoten zulegen“.
    Ziel ist La Rochelle wo wir KAIROS bis nächsten Frühling lassen und einige Unterhaltsarbeiten zu erledigen, um dann ev. über die Azoren nach Lanzarote ziehen – aber das ist alles noch offen – Segelpläne sind da um „geändert“ zu werden.
    Geniesst La Coruna, uns gefällt es da auch immer sehr gut. Wir haben da auch schon mehrere Tage auf den richtigen Wind nach Norden gewartet.
    Wir wünschen euch gute Winde für die Weiterfahrt!! Mal sehen wo wir uns mal begegnen!
    LG Judith & Thilo

  2. Schade, dass Ihr „zu früh“ in La Coruna eingetroffen seid – wir sind in ca. einer Woche dort. Wäre schön gewesen Euch zu treffen und kennen zu lernen!
    Judith & Thilo

    1. Hallo, wo seid ihr bzw. woher kommt ihr? So, wie der Wind momentan aussieht, werden wir wohl noch ein paar Tage hier in La Coruna bleiben, bevor es weiter Richtung Norden geht. Also legt mal „einen Knoten zu“ 🙂 , vielleicht klappt es dann doch noch mit einem Treffen. LG Nicole und Armin

  3. Eure Mühen bei der Überfahrt, mit „whale-watching“ und Querverkehr werden offenbar belohnt. Mit besserem Klima, normaler Uhrzeit und leckerem Essen. Schön, dass es euch wieder so gut gefällt. Im „alten“ Europa.
    Wir wünschen euch ein paar schöne Tage mit Vanessa, demnächst!

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