Schiffe verschieben

Dienstag, 31. Juli 2018

Früh um 0730 heben wir unseren Anker aus dem Schlick und motoren los. Ziel für heute ist Lingoer, ein kleiner Ort rechts vom Schärenweg in 25SM Entfernung. Während bei Arendal dunkle Regenwolken aufziehen, fahren wir in ein Schönwettergebiet hinein. Auf MAGO DEL SUR rührt sich noch nichts, als wir ihren Liegeplatz passieren. Wieder geht es brav den Tonnen folgend durch die Schären. Als erstes fahren wir unter einer Brücke durch, sie ist 34m hoch, also kein Problem. Wir passieren kleine Orte und eine Werft, vor der eine Bohrplattform liegt. Kaum eine Insel ist unbewohnt, überall sind Bootsstege und die kleinen Fähren pendeln von Schäre zu Schäre, wie bei uns die Busse. Am späten Vormittag erreichen wir Lingoer. Hier gibt es eine Marina. Sie besteht aus einem Anleger für Motorboote und der Möglichkeit mit Segelboot am Stegkopf festzumachen. Außerdem gibt es eine Kneipe direkt am Ufer. Der Stegkopf ist bereits belegt. Da wir aber nur dort anlegen können, gehen wir als drittes Boot ins Päckchen neben ein 50 Fuß-Segelboot. Man sagt uns gleich, dass sie in einer Stunde ablegen wollen. Kein Problem, wir werden sie raus lassen. So sitzen wir in der Sonne im Cockpit und warten. Nach zwei Stunden ist es dann soweit. Wir legen ab, lassen sie raus und legen am verbleibenden Innenlieger wieder an. Die wollen zwar auch noch heute fort, aber später. Wir gehen vor in die Kneipe zum Lunch. Kaum haben wir unsere Bestellung aufgegeben, kommt ein kleines Segelboot und legt an unserer Außenseite an. Armin läuft hin, hilft und schaut nach dem Rechten. Er ist gerade wieder zurück am Tisch, da bereitet sich der Innenlieger auf`s Ablegen vor. Wir sagen der Bedienung, dass wir wiederkommen und gehen zum Schiff. Ja, sie würden ja gerne ablegen, aber der Kleine, der an uns hängt, kann seinen Motor nicht mehr starten. Wir sollen ruhig erst essen, es dauert noch! So kehren wir zu unseren Krabbenbroten zurück.
Eine halbe Stunde später beginnt das große Schiffe-Verschieben! Da der Kleine ohne Motor gegenläufig an uns festgemacht hat, also Bug am Heck, können wir schlecht mit ihm zusammen wegmotoren, wie die Päckchen im Panama-Kanal. So bleibt an uns hängen, wir geben eine Vorleine zum Steg, alle anderen Leinen werden gelöst. Der Innenlieger fährt rückwärts raus und Armin manövriert uns mit dem Bugstrahlruder vorne zum Steg, hinten ziehen zwei Männer ASHIA ran und am Ende liegt unser Päckchen wieder fest. Kaum ist diese Aktion beendet, kommt MAGO DEL SUR um die Ecke motort. Wohin mit ihr? Hinter uns am kurzen verbleibenden Ende des Anlegers liegt ein noch ein kleiner Segler. Er bietet an, den Manövrierbehinderten an seine Seite zu nehmen, was von den Größen her auch sinnvoll ist, dann kann die Amel bei uns längsseits gehen. So ziehen wir den Kleinen an die Seite des anderen und Martin macht an uns fest. Von Mal zu Mal liegen wir dichter beieinander!
Das ist doch ein Anleger-Bier in der Kneipe wert. Noch während wir da sitzen geht ein kurzer Regenschauer nieder. Wir gehen ein Stück in den Ort hinein. Die kleinen weißen und roten Häuser schmiegen sich dicht an die steile Felsenküste. Viel Platz ist nicht. Der Weg ist kaum 2m breit, aber hier gibt es auch keine Autos auf der Insel. Fast jedes Haus hat eine hölzerne Terrasse zum Meer und einen Anleger. Motorboote ersetzen die Autos. Vor dem kleinen Lebensmittelladen ist ein Anleger für das Versorgungsschiff. Knapp vor dem nächsten Regen erreichen wir ASHIA wieder.
Abends kommen Anke und Martin zum Essen zu uns. Es gibt wie üblich Pasta bolognese, Anke bringt Salat mit und Martin Whiskey und Grappa zur Verdauung! Wieder zieht sich der Abend bis nach Mitternacht!

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