Zurück in Deutschland

Samstag, 1. September 2018

Heute starten wir bereits um 0730 von Klintholm aus Richtung deutsche Ostseeküste. Es wird ein herrlicher Segeltag. Bei 10-15kn seitlichem Wind zieht ASHIA unter weißen Segeln ihre Spur durch`s Wasser. Wir müssen die Kadetrinne, das Verkehrstrennungsgebiet zwischen Dänemark und Deutschland, queren. Dieses 24km lange Fahrwasser gehört nicht nur zu den am stärksten befahrenen Wasserstrassen Europas (ca 65000 Schiffe pro Jahr), sondern auch zu den gefährlichsten. Teilweise nur 500 bis 1000m breit, maximal 20m tief und beidseits mit Untiefen gespickt, müssen die Frachter genau Kurs halten. Auf der Hälfte knickt das Fahrwasser um fast 90° ab. Schiffe mit Tiefgang von über 10m sind im AIS besonders gekennzeichnet und ihre Position wird von Kadet-Control stündlich über Kanal 16 durchgegeben. Die Sportschifffahrt ist angehalten, diese „Strasse“ auf kürzestem Weg, also im rechten Winkel zu durchfahren. Wir haben unseren Kurs entsprechend gelegt. Zusätzlich zu den Segeln läuft der Motor mit, um Kurs und Geschwindigkeit besser kontrollieren zu können. Zwischen zwei von BB kommenden Frachtern müssen wir durch. Armin funkt den ersten an, klärt mit ihm, dass wir vor seinem Bug passieren werden und mit dem zweiten wird vereinbart, dass wir hinter ihm queren. Beide Kapitäne sind zufrieden mit klaren Absprachen und alles passt. Die Gegenfahrbahn können wir vor den herannahenden drei Frachtern, einer ein Express-Schiff mit 18kn Speed, durchsegeln. Die restlichen 8 von 48 SM bis nach Warnemünde sind dann wieder problemlos. Um 1500 motoren wir in die Einfahrt des Yachthafen Hohe Düne bei Warnemünde. Es empfängt uns das Gebell von Seehunden! Gleich neben der Hafeneinfahrt ist eine Seehundstation und es wird gerade gefüttert. Wir finden einen freien Liegeplatz und Armin manövriert ASHIA erstmals rückwärts zwischen Dalben. Unser Dampferle ist so breit, dass ich die beiden Vorleinen problemlos überlegen kann, dann mit dem Heckbumper sanft gegen den Steg, aussteigen, Heckleinen locker festmachen, vorne bisschen dichter holen, schon liegen wir perfekt. Die acht Männer incl. Segellehrer von dem Segelschulschiff gegenüber gucken bloß blöd!
Wir betreten deutschen Boden! Im Marinabüro empfängt uns eine freundliche Dame, ASHIAs Daten sind tatsächlich noch im PC vorhanden von 2007, und wir zahlen zunächst mal drei Nächte. Im Hohe Düne Spa buchen wir Massage- und Frisörtermine für die nächsten Tage. In einem der vielen Hafenlokale sitzen wir auf der sonnigen Terrasse mit Blick auf die Boote und trinken Kaffee.
Auf dem Rückweg zum Boot kommen wir an einem Alu-Segelboot namens ANTARKTIKA vorbei. Der Eigner sitzt im Cockpit. Armin fragt, ob der Name Programm sei? War das Boot schon dort oder soll es dahin? Es entwickelt sich wieder mal schnell ein Gespräch mit Hanko, zunächst bei Kaffe auf ANTARKTIKA. Später wird es dann bei Wein und Chips auf ASHIA fortgesetzt. Irgendwann stellen wir fest, dass es schon weit nach Mitternacht ist! Diese Gespräche mit anderen Seglern sind immer wieder so interessant und informativ!

Ein Kommentar

  1. Willkommen in Deutschland 🤗was ist das für ein Gefühl nach fast 2 Jahren 🤔 auf jeden Fall haben wir gutes Wetter für euch 👍😅freuen uns auf den 15. September 😍

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