Von Cuxhaven nach Borkum

Freitag, 9. August 2019
 Gestern Abend bestätigt uns die Hafenmeisterin noch in unserem Entschluss heute den Schlag nach Borkum zu machen, da das Wetter ab Samstag ein weiteres Fortkommen Richtung Westen sehr, sehr ungemütlich machen wird! Zur Feier unseres immerhin 39. Verlobungstags (8.8.80) gehen wir ins Hafenlokal und lassen uns Rindsroulade, bzw. Matjes schmecken.
 Der Wecker steht auf 0630, doch bereits um 0445 weckt uns das Motorengebrumm des vor uns liegenden Bootes. Nachdem wir nun schon mal wach sind können wir auch aufstehen. So verlassen wir um 0530 den Hafen. Für die nächsten drei Stunden motoren wir die Elbe hinaus, brav am Tonnenstrich zwischen Fahrrinne und Untiefen. Noch ist einlaufendes Wasser, der Strom kommt uns mit 2-3kn entgegen, wir laufen 8kn durch`s Wasser, aber nur 5-6kn über Grund. Mit auslaufendem Wasser zu starten wäre aber zu spät gewesen, um noch bei Hochwasser und Helligkeit in Borkum anzukommen, es sind 95 SM. Außerdem ist das Wetterfenster sehr klein, abends soll der Wind auffrischen und drehen. Nach drei Stunden sind wir frei von Strömung, der Wind passt und wir können segeln. Bei angenehmen 15-20 kn ablandigem Wind geht es unter weißen Segeln an den Inseln entlang. Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog und Baltrum passieren wir problemlos. Auf Höhe Norderney legt der Wind zu, graue Wolken ziehen auf. Bei Juist regnet es und bläst mit bis zu 30kn, zunehmend von vorne. Die letzten drei Stunden, entlang Borkum und durch die Fahrrinne zum Hafen kämpft ASHIA sich gegen Wind und Welle nur mühsam voran. Zwar läuft der Strom mit 1kn mit uns, aber gg. 25-30kn Wind auf die Nase kommt Mr. Yanmar nur schwer an. Zeitweise bremst es uns auf 2kn runter! Dieser Wetterumschwung ist deutlich früher gekommen als angesagt! Um 1800 erreichen wir bei Hochwasser den Hafen von Borkum. Der kleine Yachthafen wird für uns bei Niedrigwasser zu flach, wir laufen in das große Becken ein. Hier gibt es diverse Stege, die anscheinend alle unterschiedliche Betreiber haben. Zunächst wollen wir zwischen einem SAR-Boot und einem alten Traditionssegler festmachen. Aber wir werden aufgefordert in die nördliche Hafenecke zu gehen und an einer Motoryacht anzulegen. Da steht aber eine andere Hafenmeisterin und schickt uns zurück. Auch unser dritter Anlegeversuch an einem sauberen Steg mit Gummimatten zur Abfenderung misslingt! Der Hafenmeister jagt uns weg, hier sei alles für die Berufschifffahrt, wenn er da ein Segelboot liegen ließe hätte er gleich alles voll! Nun, es liegt ein einziges Berufsschiff da, alles andere ist leer! Nein, wir müssen weg, es gäbe ja noch den Steg vom Yachthafen! Beim Ablegen gegen den heftigen Wind hilft er dann nur, nachdem ich ihn dazu auffordere! Während wir im Hafen kreisen und suchen, winkt vom Schutzhafen ein Mann rüber. Offensichlich gibt es da noch einen Steg vom Yachtclub. Ein Platz am Rand ist frei, so dass wir rückwärts längs anlegen können. Zwar passen wir nicht ganz zwischen Steg und Nachbarboot, ASHIAs Popo ist zu dick, aber wir können seitlich aussteigen und liegen an einem tidenunabhängigen Schwimmsteg. Abgefendert mit all unseren 10 Fendern und an 4 Leinen werden wir hier das Schietwetter der nächsten Tage abwarten. Es gibt Pasta mit Tomatensauce an Bord, dann verholen wir uns in die Koje. Der heutige Tag war irgendwie stressig. Und als wäre nie was gewesen, herrscht draußen absolute Windstille!




Ein Kommentar

  1. Erstmal Glückwunsch zu eurem 39. Verlobungstag! Leider ist offenbar das Wetter nicht passend dazu 😏 Macht das beste aus dem Schietwetter🥂

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