Mastbesteigung und Großeinkauf in Vigo

Freitag, 30. August 2019
Als wir um 0900 aus der Koje kommen, ist es zwar hell, aber dicker Nebel versperrt die Sicht auf alles außerhalb der Hafenmauern. Eine Stunde später klart es auf, die Spitze von ASHIAs Großmast ist erkennbar und wir bereiten die Mastbesteigung vor. Unsere Toplaterne funktioniert nicht mehr, weder die Drei-Farben-Leuchte noch das Anker- oder Blitzlicht geht. Während ich Armin über die elektrische Winsch hochziehe, bedient Guus die Sicherungsleine. Dank der Bluetooth-Kopfhörer läuft alles ohne Geschrei zwischen oben und unten ab. Leider muss die ganze Prozedur dreimal erfolgen. Beim ersten Mal holt Armin die Toplaterne runter und stellt fest, dass statt 24 Volt nur 12 Volt Birnchen drin sind und keine Blitzlampe integriert ist! Das ist überhaupt nicht unsere eigene Top-Laterne! Birnchen gewechselt, wieder oben angebracht, funktioniert nicht. Also nochmal runter, andere Birnchen rein und beim dritten Aufstieg leuchtet und blitzt dann endlich alles. Wie konnte es passieren, dass unsere Laterne, die den ganzen Winter über im Schiff lag und die ich unmittelbar vor dem Mastsetzen erst heraus gegeben habe, vertauscht wurde? Kein Wunder, dass die 12 Volt-Birnchen nach kurzer Zeit durchgebrannt sind!
Der Nebel liegt heute wie ein Zeltdach tief über der Bucht. Die Sicht auf dem Wasser ist frei, Segelboote tummeln sich draußen, dann kommt eine Nebelschicht und darüber leuchten die Hügel am anderen Ufer in der Sonne.
Mittags lassen wir uns von einem Taxi in den Il Corte Ingles-Supermarkt bringen. Die Tour mit den Rädern die Hügel hoch ist uns doch zu beschwerlich. Obwohl, zurück, bergab, sicher kein Problem. Getränke, Obst, Gemüse, Milchprodukte, es kommt wieder eine ganze Wagenladung zusammen. Aber der Markt bietet einen Lieferservice. Wir hinterlegen Namen, Bootsnamen, Liegeplatz und Handy-Nr. und es heißt, zwischen 1900 und 2100 würde geliefert. Mit dem Taxi und einer Tasche voll Kühlkost geht es zurück an Bord.
Wir tauschen einige unserer von Sonne, Salz und Gebrauch steif und unhandlich gewordenen Leinen gegen neue, schon in Kapstadt gekaufte, aus. Dann hilft Armin Guus beim Aktualisieren seiner elektronischen Seekarte. Bald kommen noch Renate und Damir von der SY LÜBBEKKE dazu. Die Männer „computern“, Anneke und Renate sitzen auf GUSANNE im Cockpit und lassen sich einen Rotwein schmecken, während ich mit Glas in der Hand auf dem Deck stehe mit permanentem Blick zum Tor der Marina. Es kommt wie befürchtet! Nichts zu sehen vom Corte-Lieferservice und auch kein Anruf! Um 2230 gebe ich meinen Posten auf und wir sitzen gemütlich zu sechst im Salon der GUSANNE. Inzwischen ist es draußen empfindlich kalt geworden und dichter Nebel hüllt alles ein. Wieder ist es nach Mitternacht, bis wir uns trennen. Es gibt soooo viel zu erzählen und die vier, die ihre große Tour noch vor sich haben, stellen viele Fragen.





2 Kommentare

  1. Man muss sich wohl an die südländische Mentalität gewöhnen, Perfektion ist nicht ! Für uns nervig, aber vielleicht macht es das Leben im Süden leichter! 🧘🏼‍♀️🏝

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.