Warten auf den Proviant

Samstag, 31. August 2019
Um 1000 gehen wir vor ins Marina-Büro, in der Hoffnung, dass der nette Hafenmeister, der gut Englisch spricht, uns bei der Beschaffung unseres Proviants behilflich ist. Aber wir stehen vor verschlossener Tür! Am Wochenende ist da niemand! Der Marinero verweist uns an die Rezeption des Segelclubs. Die Dame dort versteht uns zwar kaum, aber am Ende telefoniert sie mit Il Corte Ingles, gibt noch mal alle Infos durch uns man kündigt unsere Einkäufe für die Zeit zwischen 1400 und 1630 heute an! Also auf ein Neues! Wir haben den Proviant gestern ja auch schon bezahlt!
Armin versetzt ASHIA wieder mal in den Post-Bombenattentat-Zustand! Navi-Konsole aufgeschraubt, Werkzeugkästen raus, Basteln, Stecker löten, Testen, Ändern, doch das Verlegen der GPS-Antenne aus der Backskiste hoch an die Reling bringt zwar besseren Empfang, doch passt die Antenne in keine unserer vorhandenen Halterungen. Anschließend nimmt er sich die nächste Baustelle vor. Unser Pactor-Modem empfängt keine GPS-Daten mehr. An dem Problem tüftelt Armin schon länger. Heute kommt plötzlich ein Freudenschrei aus der Navi-Ecke! Die Daten sind da! Endlich haben die richtigen Kabelenden zusammengefunden!
Um 1400 gehe vor und setzte mich ins Cockpit von LÜBBECKE. Renate und Damir sind mit Anneke und Guus heute auf einer Rundfahrt mit Mietwagen, aber sie haben mir erlaubt, von ihrem Boot aus das Tor zu beobachten. LÜBBECKE liegt in unmittelbarer Nähe zum Eingang. Der Nebel hat sich verzogen, die Sonne knallt vom Himmel, es ist heiß im windgeschützten Cockpit. Ich verlege meinen Beobachtungspunkt hoch auf die Pier vor das Tor. Hier findet eine Veranstaltung mit Hunden statt. Ein paar kleine Zelte sind aufgebaut, wohl für Hundefutter-Reklame. Im seichten und total sauberen Wasser des inneren Hafens, am Boot-Slip, toben unzählige Hunde im Wasser. Labrador, Golden Retriever, aber auch einige andere Rassen und Mischungen, mit und ohne Schwimmwesten, spielen im Wasser. Sie schwimmen mit Frauchen oder Herrchen, es werden kleine Rennen mit Kajak und SUP um eine Tonne veranstaltet, die Hunde stehen am Bug und haben offensichtlich Spaß dabei.
Gegen 1500 fällt mir ein Mann auf, der mit suchendem Blick auf das Tor zugeht. Ich spreche ihn an. Ja, es ist der Fahrer von Corte Ingles! Er packt fünf Kartons auf seine Sackkarre und bringt alles zum Schiff. Die Kiste mit Obst und Gemüse ist kalt, war über Nacht im Kühlraum gelagert! Alles ist unversehrt und wir räumen schnell ein.
Der Nachmittagsspaziergang führt ins Einkaufszentrum, die dortige Konditorei hat so leckere, fettige Croissants! Es herrscht Hochwasser, die Schwimmstege sind fast bis auf Bodenniveau hoch gekommen.
Die Nachmittags- und Abendsonne genießen wir heute mal ganz faul mit einem Gläschen Portwein im Cockpit.







2 Kommentare

  1. Dass die Spanier solche Hundefreunde sind, überrascht mich! Sieht aber im Bild lustig aus! Dann ist ja an Bord sowohl technisch als auch verpflegungstechnisch wieder alles im grünen Bereich!

  2. Gratulieren Armin für alle seine Talente und Nicole für ihre Geduld (bin überrascht dass die Lieferung nicht gestern geklappt hat. El Corte Ingles ist normalerweise in Spanien ein sehr gut sortiertes Supermarkt/Kaufhaus mit gehobener Qualität und Service).
    Besitos 😘

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.