Planänderung

Dienstag, 2. November 2021
Montagmorgen bereiten wir ASHIA zur Abfahrt vor. Nach wiederholtem und eingehendem Studium der Wettervorhersagen haben wir entschieden mittags abzulegen und mit dem angesagten Wind an Mallorca und Ibiza vorbei bis nach Denia zu segeln. Ab 1100 läßt der Wind, der von Land her durch die Bucht weht, nach, das Grau des Himmels wird heller und um 1200 motoren wir aus unserem Liegeplatz. Im Nieselregen geht es vorbei an den beiden Inselchen Illa del Rei und Illa de la Quaranten, raus auf`s offene Wasser. Da empfängt uns eine ordentliche Dünung von vorne und Segelwind von der Seite. Kaum aus der Landabdeckung von Menorca raus müssen wir schon reffen. Die Dünung nimmt zu, dazu kommt eine kabbelige Kreuzsee von der Seite. Es wird unangenehm. Aber der Himmel reißt auf und verheißt den erwarteten Wetterumschwung. Der bleibt aber aus! Es bleibt weiter unangenehm. Mich erwischt dann auch die Seekrankheit trotzt Superpep-Kaugummi, als ich runter gehe, um meine Jacke zu holen. Die nächsten Stunden hänge ich wie „ein Schluck Wasser in der Kurve“ in Lee auf der Cockpitbank und warte, dass es vorüber geht. Zum Glück ist Armin seefest! ASHIA hebt und senkt sich in der Dünung, sie macht brav ihren Weg. Gegen Abend werden die Bedingungen besser und mir geht es wieder gut.Wir erleben einen phantastischen Sonnenuntergang. Während bei klarem Himmel immer nur der Sonnenball zu sehen ist, erstrahlen die Wolken heute in allen Rottönen. Es ist, als blicke man in eine gigantische Glut. Leider kommen die Farben auf Fotos nicht richtig raus.
Um 2000 holen wir noch mal aktuelles Wetter ein. Oh je, da hat sich was geändert. Morgen Vormittag, wenn wir noch zwischen Mallorca und Ibiza sein werden, dreht der Wind und kommt von vorne. Zum Kreuzen ist unser „Kleines dickes Dampferle“ aber nicht gebaut. Das mag sie nicht! So fällt die Entscheidung abzubrechen und nach Port Andratx zu gehen. Also Kursänderung und wir segeln die Nacht an der Küste von Malle entlang. Um 0500 geraten wir vor der Bucht von Palma in die Rush-Hour der Fähren. Hintereinander passieren uns sechs dicke Pötte, teils wirklich dicht und alle mit über 20kn Geschwindigkeit.Das kostet immer wieder Nerven, Armin bleibt da deutlich cooler als ich.
Mit reduzierter Geschwindigkeit schaffen wir es, mal nicht im Dunklen anzukommen! Genau mit Sonnenaufgang drehen wir in die Bucht von Andratx ein. Wider Erwarten meldet sich zu so früher Stunde am Funk schon ein Marinero. Wir machen an der Tankstelle fest bis wir um 0830 zu unserem Liegeplatz können. ASHIA wird vom Salzwasser befreit und wir bekommen unser wohlverdientes Frühstück. Das Einklarieren, bzw die Ankunftsformalitäten, sind in keiner Marina so einfach wie hier! Der Marinero übergibt ein Formular zum Ausfüllen, die üblichen Abgaben zu Schiff, Besatzung und Route. Später holt er es wieder ab und kassiert auch gleich die Liegegebühr, cash oder Karte, alles kein Problem. Er freut sich, als ich ihm sage, dass er ASHIAsDaten doch von 2019 schon haben müsste. Er schaut sofort in sein Tablet, ja, alles da, na dann, alles gut!
Das Chaos im Salon beseitigen, unterwegs haben wir auf der Bank geschlafen, Betten frisch beziehen, dann überwältigt uns die Müdigkeit. Wir haben beide in unserer Freiwache wenig Schlaf bekommen, Segelmanöver und Schiffsbegegnungen haben uns auf Trab gehalten.
Am Nachmittag nimmt der Wind zu, weht in die Bucht und den Hafen hinein. ASHIA schaukelt in den Festmachern. So wie wir liegen, kommt der Wind von vorne. Damit das Heck in Böen nicht gegen den Steg gedrückt werden kann, haben wir gut Platz gelassen nach hinten, zuviel für mich, um mit einem Sprung von Bord zu kommen. Da Armin keine Lust hat, die Passarella anzuschlagen, läuft er alleine zum Supermarkt um frisches Baguette zum Abendessen zu holen.
Und wieder studieren wir die Wetterdaten und lassen den PC Startzeiten und Routen errechnen. Und wir planen wieder mal! Morgen gegen Mittag hier los und in einem Rutsch durch nach Denia (113 SM)wäre gut, sollte unterwegs wieder eine Wetter- bzw. Windänderung kommen, so können wir auf Ibiza unterbrechen.





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