Inseltour Madeira 1

Mittwoch, 11. Mai 2022
Armins Versuch heute Morgen Brötchen im Mini-Marktzu kaufen, scheitert daran, dass der Laden noch geschlossen ist, obwohl laut Anzeige eigentlich schon lange geöffnet. Aber wir haben ja noch Dosenbrot, das schmeckt auch zum Kaffee. Noch während wir frühstücken bringt der Marinero einen leeren Einkaufswagen an den Steg und nachdem wir die kaputte Genua aus der Segellast gezogen haben, kommt er mit einem Kollegen wieder. Die beiden packen den schweren Segelsack in den Karren und bringen ihn an Land, wo sie ihn auch gleich im Auto verstauen. Wir bekommen den Autoschlüssel, Papiere liegen im Handschuhfach, der Tank ist voll, und wir können das Auto nutzen solange wir wollen. Am Ende sollen wir Schlüssel und Geld dem Kollegen geben, da er Freitag bis Sonntag frei hat. Das letzte Mal, dass wir so problemlos ein Auto bekommen haben, war beim Chinesen auf Tonga!
Wir fahren aus der Marina raus durch das Gelände des einst sicher wunderschönen Hotelkomplexes, der dank Corona jetzt pleite ist, zum nächstgelegenen Aussichtspunkt hoch über den Klippen der Inselspitze. Dann geht es auf der Autobahn, die mit ihrer steten Folge von Brücken und Tunneln an die Autostrada durch Ligurien erinnert, Richtung Süden. Vorbei am Flughafen, den Städten Santa Cruz und Funchal bis zum Autobahnende in Ribeira Brava. Eigentlich wollen wir uns die Marina Calheta im Südwesten anschauen, doch wir biegen falsch ab und fahren in einen tiefen Taleinschnitt mit steil aufragenden Felswänden hinein. Wir nehmen die kleine Seitenstrasse, die sich in den Nationalpark von Madeira hochschlängelt. Hier oben ist es feucht und die Vegetation ist ähnlich üppig wie in Reunion. Dichter Farn bedeckt den Boden, kleine Loorbeerwälder wechseln mit Mischwald. Dazwischen blühenGinster, Orchideen und Wiesenblumen. Kurz vor der Passhöhe im Hotel Encumeada auf etwa 1000m pausieren wir auf der Sonnenterrasse. Je höher wir dann kommen, desto diesiger wird es, die Wolken hängen tief und auf der Luvseite der Insel, zu der wir dann runter fahren, ist das Wetter deutlich schlechter. In Vargem nehmen wir die gut ausgebaute Schnellstrasse zurück nach Ribeira Brava, die mit einem über 3km langen Tunnel unter dem Pass durchführt. Madeira ist sauber. Die Häuser sind gepflegt, in den Gärten grünt und blüht es. Wir sehen Bananenplantagen und Weinberge. Es soll aber auch alles andere an Obst auf der Insel angebaut werden.
Über die Küstenstrasse erreichen wir die Marina Calheta. Hier ist es sehr touristisch mit Hotels und Restaurants an der Promenade. Der Hafen ist nur für kleine Boote geeignet, es liegen fast nur Motorbötchen drin, die Fingerstege sind sehr kurz und weder für ASHIA noch für die kleinere TIME4US wäre hier wirklich Platz. Wir fahren über die Küstenstrasse und dann die Autobahn zurück. In Carnico treffen wir uns pünktlich wie vereinbart um 1700 mit dem Segelmacher. Er adaptiert und fixiert die eingerissene Triangel,klebt Segeltape von einer Seite drauf, das mit Heißluft angedrückt wird, dann kommt von der anderen Seite Segeltuch drauf und das Ganze wird vernäht. Dazu nimmt er eine von vier großen Nähmaschinen, die über Kompressor mit Pressluft betrieben werden. Armin hilft ihm dabei und nach einer Stunde ist unsere große Genua wieder einsatzbereit. Die 150€ zahlen wir gerne, wenn man bedenkt, dass er eigentlich schon alles weggeräumt hatte und geschlossen, da er morgen zu seinen Kindern nach Kopenhagen fliegt.
Zurück in der Marina Quinta do Lorde schauen wir noch schnell in den Laden rein. Zwar gibt es so kurz vor Schluss kein Brot mehr, aber wenn wir 15 Minuten warten können, dann backt sie uns vier Brötchen auf. Wir essen in der Zwischenzeit ein Magnum-Eis und nehmen gleich noch zwei Flaschen vom lokalen Rose-Wein mit. Eine Kostprobe gibt es zum SunDowner und dann Brotzeit an Bord.














Ein Kommentar

  1. Tolle Bilder 👍🤗liebe Grüße aus dem sehr warmen Frankfurt, tagsüber jetzt schon an die 30 Grad, aktuell 0 Uhr noch 22 Grad 😏mir grauts vor dem Sommer 🤪

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