Und wieder Abschied von TIME4US

Sonntag, 29. Mai 2022
Am Samstag bleibt das Auto in der Garage. ASHIA benötigt dringend eine gründliche Dusche. Hier spricht zwar niemand von Calima, aber der feine braune Staub, der überall liegt, muss regelmäßig weggewaschen werden. Unsere einheimischen Motorboot-Nachbarn spritzen ihre Schiffe fast täglich ab. Armin will auch das Cockpit säubern, es kommt zum Missverständnis, er denkt, der Niedergang sei zu, und schon ist eine Ladung Wasser im Salon. Na ja, so werden Boden und Wände mal wieder abgewischt.
Auf den deutschen Booten ist heute Waschtag. Aber während auf ASHIA nur ein paar T-Shirts und Unterwäsche hängen, ist die TIME4US bald ein echter Plünnenkutter. Danni nutzt die großen und gepflegten Waschmaschinen der Marina ( 14kg und 16kg) und vom Heck bis zum Bugflattert es lustig im Wind.
Abends sind Andi und Danninoch mal zum Essen bei uns. Wir feiern zum zweiten Mal Abschied mit Hörnli, Hackfleisch und Apfelmus. Sie wollen morgen weiter nach Gibraltar segeln. Unser Gespräch dreht sich hauptsächlich um die Problematik mit Fischernetzen und Orcas. Bevor die Sardinenschwärme nicht nach Norden weiterziehen, sind auch die Thunfische noch hier und damit die Fischernetze. Und auch der Zug der Orcas ist abhängig vom Vorhandensein der Beutefische. Bisher gab es in der Strasse von Gibraltar keine Attacken auf Segelboote und die Netze müssten bei Tag besser zu sehen sein.
Heute, Sonntag, verabschieden wir uns dann mal wieder voneinander. Da wir beide die Balearen besegeln wollen, werden wir uns sicherlich wieder irgendwo treffen. Während die TIME4US geduldig an der Tankstelle die Prozedur des Ausklarierens erträgt, fahren wir in Richtung Cap Spartel. Sieht man mal von der Enge in der Medina und den unschönen Betonblöcken im Zentrum ab, so ist Tanger eigentlich eine schöne und großzügig angelegte Stadt. Ein Grüngürtel umgibt weite Teile und immer wieder sehen wir Parkanlagen mit grünem Rasen und Schatten spendenden Bäumen. Unzählige Gärtner in orange-gelben Westensammeln Abfall ein und wässern Blumen, Bäume und Wiesen. Überall sitzen und liegenFamilien zum Picknick. Je weiter man raus fährt, desto besser wird die Wohngegend. Großzügige Häuser in Gärten und mit hohen Mauern, Zäunen oder Hecken rundum, prägen jetzt das Bild. Vor ein paar ganz herrschaftlichenAnwesen stehen Wachtposten und überhaupt zeigt die Polizei und Security hier große Präsenz. Wir fahren durch das Reservat von Cap Spartel hinunter zum Atlantikstrand. Dort ist es heute belebter als an Wochentagen. Doch es sind vorwiegend männliche Badegäste, nur wenige Frauen sitzen voll bekleidet unter Sonnenschirmen. Kameltouren am Wasser werden angeboten und besonders gefallen mir die Kaffeeverkäufer. Im Kofferraum eines kleinen Autos, z.B. R4, steht meist eine richtig professionelle Kaffeemaschine und hinter dem Auto sorgt ein Dieselgenerator für den nötigen Strom. Wir kommen wieder am Restaurant L`Ocean vorbei und entscheiden spontan, hier noch mal Mittagessen einzunehmen. Heute probieren wir einen marokkanischen Weißwein. Er ist süffig und gut. Wir werden mal versuchen, ihn hier irgendwo zu kaufen. Im Carrefour in der Stadt gibt es nur alkoholfreie Weine und Biere.










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