Rückreise nach Marokko

Freitag, 17. Juni 2022
Vanessa fährt uns nach Stuttgart zum Flughafen. Das Aufgeben der beiden Koffer ist kein Problem, aber dann kommt der Security-Check. Alles Handgepäck, Uhr, Gürtel und Handy kommt in Boxen und läuft durch das Röntgengerät. Soweit so gut. Stuttgart hat einen Körper-Scanner. Ein Schild weist darauf hin, dass dieser Check freiwillig ist, man kann sich auch auf herkömmliche Art abtasten lassen. Alle Passagiere gehen brav in den Scanner, stehen da wie Schlachtvieh und lassen sich rumkommandieren. In mir regt sich Widerstand, ich will nicht durch den Scanner, aus Prinzip nicht! Ich gehe neben dran vorbei in Richtung einer Kabine zur manuellen Abtastung. Der Mann am Scanner gerät vollkommen außer sich, schnauzt mich an, was mir einfallen würde, ich kann hier nicht machen was ich will! Es entwickelt sich ein mittleres Drama, das seinen Höhepunkt erreicht, als auch Armin nach mir den Scanner umgeht. Und da fällt auf, dass sich seine Hosentasche beult. Er wird angebrüllt, dass er gefälligst seine Taschen zu leeren hätte. Er zieht ein gebrauchtes Stofftaschentuch raus, zeigt es vor und steckt es wieder ein. Daraufhin ruft man einen Polizisten, weil Armin sich weigern würde seine Taschen zu leeren! Am Ende kommt die „Rotzfahne“ in eine Box und läuft durch das Röntgengerät. Der Polizist ist zum Glück vernünftig, und er und ein weiterer Security-Mitarbeiter können den tobenden Mann am Scanner beruhigen. Armin muss allerdings mit Rucksack und Laptop noch zum Sprengstofftest. Wir leben inzwischen in einer Welt des Irrsinns und der Umgangston von Leuten, die sich für wichtig halten, mit denen, die sie meinenbefehligenzu können, ist einfach nur noch daneben.
Der Rest der Reise verläuft problemlos, die drei Stunden Aufenthalt in Barcelona verbringen wir halbwegs gemütlich in einem Cafe. Nach der Landung in Tanger gehen die Einreiseformalitäten zügig voran. Gesundheits-Check, Passkontrolle und schon stehen wir an der Gepäckausgabe. Das Band läuft gemütlich nach Marokko-Zeit, aber am Endekommen beide Koffer an, der Zoll lässt uns unbehelligt durch und nach kurzer Taxifahrt sind wir um 1830 endlich wieder am Boot.
ASHIA ist außen gut eingestaubt, innen ist aber alles okay. Nachdem die Koffer ausgepackt sind und die wesentlichen Dinge schon mal verräumt sind, gehen wir zum Abendessen. Salat und Steak schmecken hervorragend, aber die marokkanische Life-Musik im Lokal ist ohrenbetäubend laut und vertreibt uns schnell wieder.
Uns gegenüber am Steg liegt ebenfalls eine Amel SM 2K, ALETES. Das russische Eignerpaar hat sie in den USA gekauft und über Bermuda und die Azoren sind sie jetzt auf dem Weg nach Montenegro. Mit an Bord sind ihre drei Kinder, 15, 13 und 2 Jahre alt. Wir verbringen einen netten Abend in ihrem Cockpit. Mit Alexej und den Kindern können wir uns auf Englisch verständigen, die Mutter ist Deutschlehrerin!


3 Kommentare

  1. Das wird aber auch immer schlimmer. DIe Mitarbeiter insbesondere an der Sicherheitskontrolle bestechen oft durch mangelhafte Ausbildung und Nichtkenntnis der IATA Regeln. Was wir da schon erlebt haben – ich könnte Bücher schreiben. Ein mal habe ich eine Ankerboje mitgenommen und es hat fast 1 Stunde gedauert, bis ich sie durch die Security hatte, mit Sprengstofftest, Einschaltung von Vorgesetzten, Polizei, Vertretern der Airline usw. Und nur, weil sie die Boje unbedingt „aufmachen“ wollten und mir nicht glauben wollten, dass sie damit den ganzen Aufrollmechanismus beschädigen. Am unverständlichsten finde ich aber, dass die ganzen Procedere von FLughafen zu Flughafen total unterschiedlich verlaufen – selbst in Deutschland. Mal Gürtel ab, mal Rechner raus, mal nicht – es ist eine Zumutung!!

  2. Wenn irgendwie möglich, versuchen wir nicht mehr zu fliegen, wegen der schikanösen u. unfreundliche Behandlung. Wir fahren am 1. Juli in 3 Tagen mit einem Mietwagen nach Lagos, wo wir ihn abgeben können.

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