Nordlandfahrt mit dem Sunni – von Ichenhausen nach Rostock

Montag, 7. Juli 2025
Gestern, Sonntag, um 1500 starten wir zuhause. Zunächst geht es zum Autohofin Deffingen. Während ich im Womo letzte Klappergeräusche versuche zu beseitigen, tankt Armin Diesel, AdBlue und LPG. So gerüstet geht es über Donauwörth und Weißenburg nach Nürnberg. In Erlangen-Buckfahren wir den Gasthof„Ritter Sankt Georg“ an. Dort darf man kostenlos mit dem Wohnmobil übernachten, wenn man im Restaurant etwas zu sich nimmt. Wir treffen uns mit Armins Cousine Heidi und Mann Horst zum Abendessen. Kalbsleber und Rinderroulade sind sehr lecker und wir verbringen einen schönen Abend zusammen.
Heute Morgen bedienen wir schon kurz nach 0700 am reichhaltigen Frühstücksbüffet und um 0800 sind wir bereits auf der Autobahn. Vorbei an Bamberg, Kulmbach, Hof und Leipzig geht es zunächst Richtung Berlin. Bei Potsdam verlassen wir die Autobahn, um einen Stau von mehreren Kilometern zu umgehen. Wir fahren durch Alleen und kleine Dörfer und irgendwann kommen wir an die Havel. Hier müssen wir die Fähre zum anderen Ufer nehmen. Der nette Fährmann weist uns ein. Es ist Millimeterarbeit. Ein Baufahrzeug, zwei PKW und wir, hinter uns geht die Schranken gerade so zu, und das Fenster vom Fährstand muss geschlossen werden, sonst passt das Womo nicht drunter! Alles geht gut, die erste Fährfahrt ist bestanden. Gleich hinter der Anlegestelle ist das Restaurant „An der Fähre“,wo wir uns zum Mittagessen Cherry-Matjes mit Bratkartoffeln schmecken lassen. Bis hier her haben wirsowohl gestern als auch heute nur mit wirklich netten und freundlichen Menschen zu tun gehabt. Aber ab jetzt wird es schwierig. Wir müssen in einem Ort eine mit Ampeln geregelte Umleitung fahren über eine geschotterte kleine Strasse. Bei „Grün“ fahren wir los, langsam, es ist eng und holperig. Am Ende ist eine 90°-Kurve nach links. Wir sind noch mitten drin, als die Ampel des Gegenverkehrs auf „Grün“ springt. Anstatt, dass man uns erst mal raus lässt, fährt der Fahrer eines Lieferwagens sofort los, quetscht sich neben uns bis nichts mehr geht und beschimpft uns, wir seien bei „Rot“ gefahren. Er weicht keinen Millimeter, wir können weder vor noch zurück. Es dauert eine weitere Ampelphase, bis er endlich zurücksetzt, so dass Armin auch zurück kann und er dann an uns vorbei kommt. Alle anderen PKWs warten geduldig bis der dicke Sunni durch ist. Ist doch nicht unsere Schuld, dass es hier so eng ist. Eine ähnliche Situation erleben wir kurz darauf in Nauen, wo ein Motorradfahrer meint, er müsse sich durchquetschen. Der Fahrer eines PKWs dahinter zeigt den Stinkefinger und brüllt „Du Vollidiot“ zu Armin. Keine Ahnung warum!
Wir besorgen in Rostock noch Obst und Yoghurt bei LIDL, dann fahren wir den Stellplatz an der Warnow nahe dem Fährterminal an. Laut App ist er für Womos über 8m geeignet. Nun, es ist gut besucht, die Plätze sind eng und kurz! Armin rangiert den Sunni gekonnt in eine Lücke, so dass er nur ein kleines Bisschen vorne übersteht. Die Nachbarn zu beiden Seiten schauen böse, ein Paar steht mit verschränkten Armen da und glotzt. Niemand kommt auf die Idee, vielleicht mal zu schauen, oder Zeichen zu geben. Nicht, dass das nötig wäre, aber es wäre nett. Ich steige dann aus, möchte der Nachbarin „Grüß Gott“ sagen, sie dreht mir den Rücken zu und geht ins Auto. Was ist nur aus den Menschen geworden?
Inzwischen hat sich der Platz noch mehr gefüllt, bin mal gespannt, wie da jeder morgen so raus kommt. Zum Glück geht unsere Fähre erst um 1500.
Das Wetter ist den ganzen Tag durchwachsen. Meist hängen graue Wolken tief, nur gelegentlich spitzt mal die Sonne durch. Der Himmel öffnet immer wieder mal seine Schleusen, von Nieselregen bis Platzregen ist heute alles dabei.












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