Von Lanzarote nach Teneriffa

Freitag, 25. Februar 2022
Donnerstagmorgen bereiten wir uns auf die Überfahrt vor. Armin gibt den kleinen roten Flitzer ab, ich mache ASHIA innen seefest. Besonders Oskar muss kippsicher und rutschfest fixiert werden. Nachdem wir in den letzten Tagen zig mal die Wettersituation überprüftund ständig unsere Pläne angepasst haben, steht jetzt fest, dass wir nach Santa Cruz auf Teneriffa segeln werden. Das Boot wird noch mal vom Saharastaub befreit, der Wassertank gefüllt,und Armin nimmt schon mal die Festmacher mit den Metallfedern und Ketten ab. Dann verabschieden wir uns von Mary und Ken. Um 1400 schmeißt Ken uns die letzten Landleinen los und wir motoren aus der Marina. Nach drei Monaten hier sind wir endlich wieder unterwegs.
Vor uns liegen 131SM, das ist nicht wirklich viel, wir lassen es gemütlich angehen. Der Wind bläst mit 10-15kn von der Seite und wir segeln unter weißen Segeln zwischen Lanzarote und Fuerteventura hindurch. Gegen Abend nimmt der Wind etwas zu, bis 17kn, in Böen bis 20kn. Wir reffen die Genua und nehmen den Besan rein. ASHIA läuft immer noch 6-7kn, aber ohne große Schräglage. Es gibt seit Langem mal wieder Travemünder Allerlei (Eintopf) mit Würstchen zum Abendessen und um 1900 beginnen wir unsere gewohnte und bewährte Nachtroutine mit Wachwechsel alle drei Stunden. Die Nacht verläuft ruhig. Wind und Welle nehmen leicht zu, aber wir können beide in unserer Freiwache gut schlafen. Ein paar Schiffsbegegnungen verlaufen problemlos. Freitagmorgen um 0700 erreichen wir unseren einzigen Wegepunkt am Ende des Verkehrstrennungsgebietes zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Hier müssen wir 20° abfallen und können gemütlich weiter Richtung Santa Cruz segeln. Etwa 2 SMvor dem Hafen werden die Segel geborgen, in den Hafen fahren wir unter Maschine. Kurz gibt es Unruhe, da Armin meint, der Motor höre sich seltsam an. Doch es lässt sich nichts Ungewöhnliches finden. Zwei Marineros erwarten uns am Liegeplatz und nehmen die Leinen an. Um 1100, nach genau 21 Stunden liegt ASHIA wieder fest. Das war endlich mal eine schöne und problemlose Überfahrt.
Nach einem späten Frühstück und einem kurzen Mittagsschlaf, währenddessen es regnet, so dass das Entsalzen von ASHIA nicht ganz so dringend ist, gehen wir ins Marinabüro. Die Kaimauer der Marina ist mit selbstgemalten Schiffsbildern verziert, so wie in Horta auf den Azoren. Die Anmeldung läuft ganz easy ab. Bootspapiere und Personalausweise werden kopiert, ASHIAs Daten sind noch im System von unserem Besuch 2013. Im Hafen ist Platz, wir können bleiben solange wir wollen, bezahlt wird am Ende. Die junge Dame erzählt uns, dass eigentlich heute der Inselkarnevalbeginnen sollte, doch alle Veranstaltungen, besonders der Straßenfasching, wurden coronabedingt abgesagt und auf den Sommer verschoben. Trotzdem sehen wir ein paar Maskierte im Straßenbild, als wir durch die Stadt laufen.
Von 2013 haben wir die Stadt und den Hafen als wenig einladend in Erinnerung. Damals waren wir hauptsächlich mit dem Auto auf Inseltour. Doch wir werden angenehm überrascht. Von der Marina führt eine begrünte Fußgängerbrücke über das Hafengelände direkt in die City. Hier fällt auf, dass fast an jeder Ecke ein Denkmal, eine Staturoder eine künstlerisches Exponat steht. Blumenbeete sind mit Alpenveilchen bepflanzt, große Bäume spenden Schatten, überall sind kleine Straßenlokale. Zwischen modernen Betonbauten finden sich immer wieder wunderschöne alte Häuser und Kirchen. Uns gefällt es hier und wir werden in den nächsten Tagen sicher weitere Erkundungstouren machen.














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