Oskars Ende und weitere Vorbereitungen

Donnerstag, 5. Januar 2017

Oskar, unser jüngstes Crewmitglied, verabschiedet sich heute Morgen mit viermaligem Piepen und Blinken beider roten Lampen. Weder gutes Zureden noch Drohungen und am Ende nicht mal die Notoperation können ihn reanimieren. Todesursache: Totalausfall des Kühlaggregats! Ab sofort müssen wir wieder ohne Eiswürfel auskommen! Die Einäscherung ist aber noch nicht vorgenommen, wir hoffen noch auf eine Wunderheilung.

Nach dem allgemeinen World ARC Briefing gestern ist heute unsere persönliche Begrüßung und Einführung. Cecilia, eine der Yellow-Shirt-Ladies überreicht uns die aktualisierte Routeninformationen, dazu einen USB-Stick mit weiteren Informationen über die Länder, die wir besuchen werden. Außerdem bekommen wir unsere World ARC Flagge, das Banner für die Reling mit unserer Startnummer 23 und jeder ein T-Shirt, auf dessen Rücken alle Stationen der Tour aufgedruckt sind.

Kurz danach kommt Mark zu uns an Bord. Punkt für Punkt geht er seine Liste für den Sicherheits-Check mit uns durch. Ist die Rettungsinsel frisch gewartet, wann ist der nächste Service fällig? (Unsere ist neu, TÜV erst in 3 Jahren) Sind die Schwimmwesten mit Lampe, Pfeife und Spritzschutzhaube versehen, steht der Schiffsname drauf? Gibt es eine PLB dazu? Ist Signalmunition in der vorgeschriebenen Menge an Bord und wieviele Feuerlöscher gibt es? Ist ein Messer im Cockpit fest installiert und hat jedes Crewmitglied ein einhändig zu bedienendes Klappmesser? Taschenlampen, Suchscheinwerfer, Handfunkgerät, Handpeilkompass, ausreichend Batterien, alles wird nachgefragt und angeschaut. Sind zwei ausreichend große Eimer an Bord, gibt es eine per Hand zu bedienende Bilgepumpe? Wo ist und wie funktioniert das Notruder, gibt es Ersatzbirnchen für die Navigationslichter? Radarreflektor und AIS werden abgefragt. Wantenschneider, Flex und Notantenne für den Fall eines Mastbruchs oder Mastverlusts haben wir auch. Zügig geht´s durch die Liste, alles wird abgehakt und nach 30 Minuten ist Mark zufrieden wieder von Bord.

Nachmittags besucht Armin einen Einführungskurs zum Gebrauch des Sextanten. Unserer wurde vor Jahrzehnten zuletzt benutzt, wahrscheinlich vom Opa. Im Vergleich zu den neuen Geräten der Mitsegler, die meist aus Plastik sind, ist er aus Aluminium und von stabiler Qualität. Leider schießt er die Sonne nicht von alleine, es bedarf einiger Übung, um damit umgehen zu können.

Morgen ist das Skippers Briefing für Leg 1, von St. Lucia nach Santa Marta, Kolumbien, und anschließend ein Seminar „Emergency at Sea“. Abends findet dann die große Farewell Party statt. Wir haben also noch volles Programm!

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